- Früh um 9.00 h los
- Pause an der Wolga mit Melonen und einem Bad in gar nicht so kaltem Wasser
- sehr gute Straßenverhältnisse, jedoch so wellig, dass die Straße mehr zum Schlafen einlud als manches Hotelbett
- ca. 37°C - gefühlt im Auto 50°C
- ein Auto hatte einen Defekt
- mehrere Polizeikontrollen durchlaufen
- Winkende Menschen (die schon ein wenig anders aussehen...)
- 10 Stunden Fahrt
- anschließend Abendessen im Hotel
- Während ich schreibe, gönnen sich die Männer noch ein Bier
- 2 Übernachtungen in der Stadt
Da Astrachan (zu dieser Stadt schreibe ich morgen mehr, da wir eine Stadtbesichtigung haben und anschließend eine Bootstour auf der Wolga) unser letztes Ziel in Russland ist, möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, kurz ein paar Gedanken über Russland festzuhalten, die natürlich absolut subjektiv sind:
Vielleicht erwarten einige, dass ich (wir) immer schreiben: alles ist toll, alles ist schön und alles gefällt uns. Dem ist aber nicht so. Wir haben zumindest für den südlichen Teil von Russland festgestellt, dass wir nicht unbedingt dieses Land als ein Land kennen gelernt haben, welches wir unbedingt noch einmal bereisen möchten. Die Menschen sind in diesem Teil von Russland, zumindest was das Dienstleistungsgewerbe angeht, nicht besónders freundlich und zugänglich. Die Hygiene lässt so stark zu wünschen übrig, dass wir es kaum schaffen, uns hier an einen Ort zu gewöhnen. Und das hat nichts damit zu tun, dass wir nur so kurz an einem Fleck sind. Wir haben durchaus die Möglichkeit, verschiedene Hotels oder Restaurants oder Geschäfte zu besuchen, um uns ein Urteil darüber zu bilden. Die Menschen auf der Straße sind allerdings sehr nett, aber absolut schwer einzuschätzen. Das Leben kann hier in den Großstädten trotz der oft erbärmlichen Lebenssituationen sehr teuer sein. Auch hier spürt man sehr stark das Gefälle zwischen arm und reich. Die Menschen hier haben ihre eigene Sicht auf das "westliche" Leben. Sie lehnen unsere Denkweise über das Leben ab. Sie haben ihre eigene Philosophie. Aus meiner Sicht ist Russland ein Land in dem eine Menge Potenzial schlummert. Der Bevölkerung wird allerdings nicht viel Spielraum gelassen. Das Militär ist hier außerordenlich präsent und die militärischen Rituale haben eine große Bedeutung. Wir spüren hier überall, dass Gewalt ein gutes Mittel zum Zweck ist. In diesem Land findet man an jeder Ecke heroische Denkmäler. Alle sind geprägt von Gewalt und Waffen. Das stimmt nachdenklich und auch ängstlich. Wenn die Generationen damit ständig subjektiv konfrontiert werden, dann werden sie es als normal verstehen, sich mit Gewalt Gehör zu verschaffen.
Dies ist sicherlich ein Thema über das man stundenlang diskutieren sollte. Ein paar Worte in unserem Blog können auch missverstanden werden. Trotzdem sind wir der Meinung, dies kurz erwähnen zu müssen.
| Straße nach Astachan (M6) |
Die Autos und Busse sind alt und würden bei uns nur in der Presse landen. Sie stoßen extreme Abgase aus und entsprechend stinkt es auch überall. Hier interessiert keinen Abgasnormen oder Fahrsicherheit.
Wir haben jetzt nach 23.00 h und ich werde mich noch zu den Jungs gesellen... Euch eine gute Nacht und schlaft schön!!!