Samstag, 28. August 2010

Tag 11 - Route Kamensk-Shachtinkiy - Wolgograd

Mit rund 982.000 Einwohnern ist Wolgograd eine russische Großstadt. Sie ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Industriezentrum. Die Stadt wurde 1589 als Festung gegründet, die Russland vor den Nomaden aus dem Süden schützen sollte. Mitte des 19.Jahrhunderts wurde sie bereits zu einem wichtigen Handelszentrum. Im Bürgerkrieg 1917 - 1920 gab es hier erbitterte Kämpfe, denn die Stadt befand sich an der Kreuzung der Transportwege von Lebensmitteln vom Süden des Landes nach Moskau und Petrograd. 1925 wurde sie in Stalingrad umbenannt. Im Rahmen der Entstalinisierung wurde der Name 1961 in Wolgograd umbenannt.

Mutter Heimat
Zu den Hauptsehenswürdigkeiten, an denen wir auch heute waren, zählen die Wolga und die Gedenkstätte der Schlacht von Stalingrad und der Mamajew-Hügel. Die komplette Geschichte würde jetzt meinen Rahmen sprengen, deswegen nur in Kurzform, welchen historischen Hintergrund Wolgograd hat.

Nach unserer Stadt-Tour sind wir dann ins Hotel und hier gibt es gar nichts zu meckern. Die Zimmer sind absolut in Ordnung und die Hygiene ist auch ok!

Die Straßenverhältnisse sind soweit auch gut. Ich konnte sogar auf der Hinfahrt ein wenig schlafen. Dies hatte ich auch bitternötig nach der letzten, fast komplett wach gebliebenen Nacht.

Es ist jetzt 20.35 h bei uns. Durch die beiden Zeitzonen sind wir Euch zwei Stunden voraus. Da es morgen relativ früh (um 9.00 h) weitergeht, wird es wohl keine lange Nacht mit Wodka und Co. geben.

Wir lassen uns überraschen, was uns dann in Astrachan begegnet...

Wir senden mal  liebe Grüße an alle, die unseren Blog lesen!
Die beiden Reisenden :-)

Tag 10

Russland hat eine Fläche von 17.075.400 km² und eine Bevölkerungszahl von knapp 142 Mio. Einwohnern. Russland ist riesig und wir sehen trotz der ca. 1.000 km, die wir durch dieses Land fahren, nur einen Bruchteil. Insgesamt halten wir uns hier 5 Reisetage auf und so wie Rais sagt, sind wir in der tiefsten Provinz. Das sollte sich dann später auch als absolut richtig erweisen .




Nach einigen entspannten Kilometern (Bernd unser Tourenarzt hat meinen Rücken gut versorgt!) sind wir an der ukrainischen Grenze angekommen. Hier dauerte die Abwicklung der Ausreise ca. 1 Stunde.



An der russischen Grenze wurde dann allerdings unsere Geduld auf die Probe gestellt. Stundenlang mussten wir warten und Einreisedokumente ausfüllen, die uns die Grenzbeamten zur Verfügung stellten. Die Vorlagen, die uns Rais und Nicole vorab zur Verfügung gestellt hatten, waren „natürlich“ nicht die richtigen. Nach 4 Versuchen, den Vordruck richtig auszufüllen, haben wir es dann endlich geschafft, ein brummiges „OK“ zu bekommen – mussten dann allerdings unser Auto auf links drehen. Alle Taschen mussten raus. Motor wurde inspiziert und dann endlich nach langem Warten in der Hitze ging es dann weiter. Geld wurde in der Wechselstube, die aus einem blauen Blechcontainer, so groß wie bei uns ein Gäste-WC ist, ziemlich willkürlich gewechselt. Aber wir wollten ja nur einen Tee an der Grenze trinken, um die Wartezeit zu verkürzen. Somit war es nur ein kleiner Betrag, den wir gewechselt haben. Für € 20,00 habe ich 700,00 RUB bekommen.

Auf der Weiterfahrt war dann ein Auto defekt und die Gruppe hat sich dann voneinander getrennt. Wir dachten schon, die Grenzerfahrung wäre für den Tag genug gewesen. Aber es sollte noch schlimmer kommen! Rais organisierte dann ein paar Kilometer vor der Stadt Kamensk-Shachtinskiy eine Begleitung, die uns dann zum Hotel brachte. Die Stadt liegt in Südrussland am Fluss Siwerskiy Donez.
Diese Stadt entstand im Jahre 1671 als Kosakensiedlung, benannt nach dem in der Nähe verlaufenden kleinen Fluss Kamenka. Shachtinskiy ist abgeleiteitet von Shachta = Bergwerk, was auf mehrere nahe gelegene Steinkohlebergwerke zurückzuführen ist.


Unsere Hotelansicht
Das Bad!
Zurück zum Hotel: Eine traurige Fassade, die nicht zum Verweilen einlädt. Das Innere sollte aber das Äußere noch toppen. Ein dunkler Flur, mit einem nicht funktionierenden Fahrstuhl, von den Wänden kommt die Tapete und Löcher in den Wänden sind teilweise so groß wie ein Fußball. Nicht gerade ein freundlicher Eindruck. Wir sind dann mit unserem Gepäck in die 3. Etage hoch und haben dort unsere Zimmer begutachtet. Obwohl wir noch eines der besseren Zimmer hatten, finde ich kaum Worte. Es roch eigenartig, die Betten luden nicht zum Schlafen ein und das Bad… Hoffe, dass man das auf dem Foto erkennen kann. Katastrophal!!!
Das muss man sehen, das kann man nicht erzählen. Mit ein paar Wodka und Schlafsack haben wir dann doch noch ein paar Stunden Schlaf bekommen. Peter hat sogar in seinem Auto übernachtet.
Außerdem wollte Günthers Fahrzeug am frühen Abend nicht anspringen. Da wir sowieso schon die Attraktion in der Stadt waren, hatte sich dies schnell herumgesprochen. Was dann passierte, sieht man auf diesem Foto.

Reparatur am Auto von Profis...


Wir freuen uns auf die nächste Stadt Wolgorad = Stalingrad. Hoffentlich nicht zu früh…