Samstag, 4. September 2010

Tag 15 - Stadtbesichtigung Atyrau

Atyrau ist eine Hafenstadt. Sie ist auch gleichzeitig die Hauptstadt des gleichnamigen Gebietes Atyrau. Die Stadt wurde von den Brüdern Gurjew 1640 gegründet.
Eine Moschee in Atyrau
Ein modernes Bürogebäude
Ein altes sowjetisches Wohnhaus
An Sehenwürdigkeiten gibt es Museen, ein Theater, eine Philarmonie und 84! Bibliotheken. Schöne Architektur hat diese Stadt nicht zu bieten. Die alten sowjetischen Häuser werden nach und nach von modenen Hochhäusern oder kleineren Einfamilienhäusern ersetzt. Man will das Stadtbild modernisieren. Da hier mittlerweile viele Unternehmen aus Amerika, England und den Niederlanden ansässig sind, versucht man sich an "unseren" Lebensstandard anzupassen. Deswegen auch unser gutes Hotel. Alles hier ist relativ neu. Die Stadt befindet sich im Wachstum. In kürzester Zeit ist die Einwohnerzahl von 200.000 auf ca. 500.000 angewachsen. Hauptfirmen sind die, die mit Öl ihre Geschäfte machen oder Banken.
Es gibt relativ wenig grün, alles ist staubig weil es im Sommer hier (und das ist auch heute der Fall) das Thermometer bis 40 Grad und mehr klettert. Der Teer wird so heiß auf der Straße, dass die Autoreifen quietschen, wenn man die Kurve in Schrittgeschwindigkeit fährt. Überall hört man in den Straßen dieses Geräusch. Das hört sich so so an, als wenn man sich auf einer Rennstrecke befindet.
Der Ural, der Europa von Asien trennt
Nach unserer Stadtbesichtigung hatten Svend und ich keine Lust mehr ins Museum zu gehen und sind dann zurück zum Hotel. Stephan war am Morgen mit Jürgen in die Werkstatt gefahren, um das Auto zu reparieren. Fast zeitgleich kamen wir im Hotel an. Alles war prima gelaufen mit der Reparatur. Es musste nur geschweisst werden. So kann ich morgen in Ruhe meine Etappe fahren, da wir uns immer Etappenweise abwechseln. Anschließend haben wir noch einen Snack zu uns genommen und sind dann aufs Zimmer. Draussen ist es kaum auszuhalten. Gleich geht es noch einmal in die Stadt. Allerdings zu Fuß. Der Fluß, der durch Atyrau fließt, ist der Ural. Das ist der Fluß, der Asien von Europa trennt. Unser Hotel liegt bereits auf der asiatischen Seite.
Morgen ist die erste Nacht im Zeltlager. Komisches Gefühl, wenn man dort schläft wo lange, lange nichts ist.
Aber wir haben uns und das ist das Wichtigste!
Es kann sein, dass wir lange keinen Internetzugang haben. Deswegen: NICHT AUFGEBEN! Immer nachschauen, ob etwas Neues passiert ist. Wir melden uns so schnell wie möglich zurück!

Heute leider keine Bilder, da das WiFi zu langsam ist. Werden aber nachgereicht. Versprochen!!!

Tag 14 - Astrachan - Atyrau

Wir sind schon um 8.00 h los, da wir all davon ausgegangen sind, dass wir lange an der Grenze warten müssen. Nach ca. 60 km, für die wir sage und schreibe schon 3 Stunden benötigt haben, weil der Konvoi zum wiederholten Male von der Polizei angehalten worden ist. Diesmal aber nicht zu Unrecht, wir sind in eine Busspur eingefahren und mussten dann ein "kleines" Bußgeld berappen, durfen dann aber weiterfahren. Dann sind wir an die Grenze gekommen. Es sollten sich unsere Befürchtungen bewahrheiten. In einer Affenhitze von 38 Grad und ohne auch nur einen einzigen Schattenplatz mussten wir uns wieder in Geduld üben. Aber das kannten wir ja schon.
Nach 4 Stunden und einer Melone, die Peter an alle verteilt hat, ging es dann weiter. Die vorab zu uns gestoßene Reiseleitung, die uns die komplette Zeit in Kasachstan und Usbekistan begleitet, wies uns darauf hin, dass die Straßen in schlechtem Zustand sind und wir vorsichtig fahren müssen. Alles dagewesene sollte diese Straße übertreffen. Riesige, und ich meine riesige, Schlaglöcher säumten den Weg. Der Teer war an manchen Stellen bis zu 20 Zentimeter von der Hitze und den LKW's hochgedrückt worden, so dass solche Bodenwellen entstanden waren, dass diese nur mit äußerstem Geschick umfahren werden konnten. Spitze Teerberge machten es zudem schwer. An manchen Stellen mussten wir bis zum Stillstand abbremsen und in den 1. Gang schalten. Einige Male ist das Auto dann trotzdem aufgesetzt. Nach ca. 200 km hörten wir dann ein Geräusch, welches nicht vertrauenserweckend war. Jürgen, Peter und wir sind dann auf den nächstmöglichen Platz gefahren, um die erste Diagnose zu stellen. Die Aufhängung des Stabilisators an der Fahrerseite war abgerissen. Nun mussten wir noch vorsichtiger sein. Wir waren im absoluten Niemandsland unterwegs, so dass wir vermeiden wollten, im Dunkeln fahren zu müssen. Eric hat sich dann netterweise vor uns gesetzt, so dass wir in der Dämmerung ein wenig besser die Fahrbahnsituation einscätzen konnten, da er ein besseres Licht hat.
Die komplette Truppe hat dann am Ortseingang auf uns gewartet, damit wir alle gemeinsam ins Hotel fahren konnten. Für unseren 911er ist diese Strecke die absolute Herausforderung gewesen. Das Auto ist eben ein Sport- und kein Geländefahrzeug. Es würde wahrscheinlich jedem Porsche-Feund die Tränen in die Augen treiben, wenn er mit ansehen müsste, was das Auto mitmachen muss...
Eine von vielen spannenden Brüccken
Als wir im Hotel angekommen sind, waren wir sehr überrascht. Nach endloser Steppe, mongolisch aussehenden Menschen, vielen Kamelen und einigen Bohrtürmen, sollte dieses 4* Hotel unsere Erwartungen übertreffen. Nach einem Mißverständnis, was das Abendessen betraf, die Reiseleitung hatte das Essen nicht im Hotel vorgesehen, sondern in einem nahegelegenem Restaurant, sind einige von uns hngrig und durstig über das Buffet im Hotel hergefallen. Andreas (China Tours) kam dann auf uns zu und wies uns auf dieses Mißverständnis hin. Das wir im Hotel gegessen haben, ist sicherlich auf fehlende Kommunikation zurückzuführen. Keiner hat im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht und gesagt, dass wir das erste Mal nicht im Hotel essen, sondern auswärts. Warum das auch immer so sein sollte!?
Im Zimmer angekommen, das sehr sauber und ordentlich war, haben wir uns nur noch auf unser Bett gefreut. Es war ein sehr anstrengender Tag. Wir sind ziemlich müde. Wir können sogar lange schlafen, morgenfrüh geht es erst um 10.00 h zur Stadtbesichtigung.
Hintergrundinformationen abschließend zu Kasachstan:
Kasachstan hat eine Fläche von 2.724,9 km² und eine Bevölkerungszahl von 16,4 Mio. Einwohnern. Die Währung hier heißt Tenge. 190 Tenge entsprechen 1 €.
Die Dörfer sind oft von kilometerlanger Steppe umgeben. Die Häuser werden aus Lehm gebaut. Es gibt nur in den größeren Dörfern fließendes Wasser und/oder Strom. Man lebt hier draußen fast ausschließlich von der Viehzucht. Die Menschen sind freundlich, aber zurückhaltend. In die Dörfer der Steppe verirren sich fast nie Touristen. Kamele und Kühe bewegen sich frei in dieser Gegend. Kamele finden auch nach hunterten von Kilometern wieder zurück nach Hause. Es kann durchaus sein, dass die Tiere die Straße überqueren wollen und dann auf der Straße eine kleine Pause einlegen. Dann kann man sich nur in Geduld üben.
Die Bohrtürme rechts und links entlang der Straße lassen früh darauf schließen womit das Land sein Geld verdient.
Es ist faszinierend durch diese Gegend zu fahren. Fremd und außergewöhnlich.
Auf unserem Wege durch die Steppe konnten wir einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten.
Auf gehts - weiter in Richtung Osten - das war erst der Anfang der absoluten Fremde.