Samstag, 18. September 2010

Tag 30 und 31 Zharkent – Yining (Grenzübertritt China) – 1 Tag Aufenthalt in Yining + Zusatz

 Der Grenzübergang ist auf kasachischer Seite mittags geschlossen. Dies sind aber genau die Betriebszeiten der chinesischen Grenze. Zusätzlich müssen wir die Zeitdifferenz von 2 Stunden beachten. Wir hätten in Zharkent zeitig aufbrechen müssen, um unnötige Verzögerungen an der Grenze zu vermeiden. Wir sind aber nicht früh genug los. Diesmal sind wir auf der kasachischen Seite relativ schnell fertig gewesen, aber leider waren wir insgesamt zu spät dran. Dann mussten wir die 2 Stunden Mittagspause an der Grenze warten und durften dann zur chinesischen Grenze weiterfahren. Dort dauerte es wieder ewig. Erst ein Formular, dann Kontrolle des Gepäcks und kurioserweise musste unser Auto durch eine Durchfahrt fahren, in dem das Fahrzeug mit Desinfektionsmittel besprüht worden ist und anschließend wurde es noch mit radioaktiver Strahlung durchleuchtet. Das ist schon spannend und nicht nachvollziehbar.


Grenzübertritt Kasachstan/China
Nach endlosem Warten (ich glaube insgesamt 7 Stunden) sind wir dann aber sehr nett vom hiesigen Automobilclubs empfangen worden. Viele Fahrzeuge bildeten eine Gasse, durch die wir dann durchgefahren sind. Anschließend sind wir dann mit Polizeischutz 2. Grades und begleitet vom Automobilclub ins Hotel eskortiert worden. Keine rote Ampel haben wir beachtet und die Verkehrspolizisten haben ganze Straßen für uns kurzfristig gesperrt.

Das Hotel Jiangjun ist ein 4* Hotel und bietet auch diesen Komfort. Das Essen ist gut, wobei wir uns sicherlich an die Frühstücksgewohnheiten der Chinesen erst gewöhnen müssen. Am Morgen schon Suppe, Nudeln und Fleisch. Das was für uns essbar ist, ist morgens ist ein Spiegelei. Aber das ist in Ordnung.
Nach dem Frühstück ging es dann zum Empfang, organisiert durch das Büro von Guosheng und dem Tourismusbüro Yining. Unsere Autos hatten wir am Vorabend dort geparkt und waren sicherlich ein großer Anziehungspunkt für die Menschen, die hier leben. In diesen Ort kommen nur sehr selten europäische Touristen. Es war kalt (wir haben zur Zeit ca. 10 Grad) und es sah nach Regen aus. Davon blieben wir aber Gott sei Dank verschont.

Nach einer Rede vom Vorstand des Touristikverbandes, welche von Guosheng übersetzt wurde, hat Karl-Heinz als Teamsprecher eine kleine Ansprache gehalten und hat allen für die nette Aufnahme in ihrer Stadt gedankt.

Nun standen noch die Formalitäten des TÜV’s und des Verkehrsamtes an. Einen Gesundheitscheck sollte es auch geben. Dieser wurde dann aber am Ende nicht benötigt. Die Formalitäten waren langwierig. Eines braucht man hier: Geduld, Geduld, Geduld. Wir wollten ja schließlich unsere chinesischen Führerscheine haben und die neuen Nummernschilder. Ohne diese darf man sich in diesem Land nicht bewegen. Die jungen Männer am TÜV hatten sicherlich Spaß an unseren Autos. Ich habe unseres nur ungern in die Hände dieser Männer gegeben. Wir waren nun doch soweit mit dem Auto gekommen. Hoffentlich ging das gut. Die Chinesen hier in dieser Provinz kennen keinen Porsche und unterschätzen den Dampf, den dieses Auto hat.

Irgendjemand hat dann erreicht, dass wir nicht mehr bis zur Ausgabe der Schilder und der Führerscheine warten mussten, so dass wir endlich am Nachmittag ins Hotel zurückkehren konnten.
Einige haben dann gemeinsam etwas gegessen.


Karaoke - Wir haben alles gegeben!
Wir waren vom Vorabend, den wir mit Karaoke (Stephan und ich haben alles gegeben!!!) verbracht hatten, ziemlich müde. Es ist 2 Uhr früh geworden. Aber es hat riesig Spaß gemacht. Mit unserer Truppe war das sehr lustig.
Marvin, Lutz und Lukas in der Karaokebar


Nun denn, wir sind in China angekommen und das mit unserem 911er. Das war schon ein bewegender Moment, mit dem eigenen Fahrzeug eine chinesische Grenze zu passieren. Und das nicht mit einem gewöhnlichen Fahrzeug und dann auch noch mit dem Menschen, mit dem man sein Leben teilt. Wir haben für uns persönlich eine kleine Zeremonie daraus gemacht!

Infos:
Die Volksrepublik China hat eine Fläche von 9.571.302 km² und eine Bevölkerungszahl von 1,33 Mrd. Menschen. Die Hauptstadt ist Peking und die Währung ist 8,68 RMB (=1 €).

Die Gesamtlänge unserer Route in China beträgt ca. 5.390 km.


Maisernte
Yining ist die Hauptstadt des im Uigurischen Autonomen Gebiet Xinjiang der Volksrepublik China gelegenen kasachischen autonomen Bezirkes Lli. Yining hat eine Fläche von 629 km². Auf Gemeindeebene setzt sich Yining aus acht Straßenvierteln, einer Großgemeinde und acht Gemeinden zusammen.

Über China gibt es Bücher, die die Historie in hunderten von Zeilen beschreiben. Dafür bin ich nicht geschaffen. Es ist sicherlich ein Land, in dem uns noch viele Eindrücke begegnen werden. Wir werden die unterschiedlichsten Landschaften sehen und auch verschiedene Völker kennenlernen.
Wir freuen uns darauf und ich werde Euch auf meine Weise daran teilhaben lassen, und schön ist auch, am Essen kann man nicht meckern. Wir mögen es….

Morgen steht eine Routenänderung an, die wir kurzfristig gemeinsam entschieden haben. Eigentlich wollten wir zelten, aber es ist einfach zu kalt. Wir werden nun einen Ort anfahren, an dem wir eine zusätzliche Hotelübernachtung haben. Dazu morgen dann mehr…

P.S. Es wird immer schwieriger für mich, mit Euch in Kontakt zu bleiben. Meine Seite wird vom hiesigen Provider geblockt. Ich kann von hieraus nicht mehr darauf zugreifen. Die Bilder werde ich sobald ich wieder selbst meine Seite aktualisieren kann einstellen. Bis dahin wird meine Tochter Lisa den Blog, den ich selbst vorbereite, für mich einstellen!
(Wie ich, Lisa, euch schon verraten habe! :-))

Tag 29 Almati – Zharkent + Zusatz

Hallo ihr lieben Blog-Leser!
Leider kann Mama nichtmehr selbstständig ihr Internet-Tagebuch vervollständigen, daher bekomme ich ab jetzt ungefähr alle zwei bis drei Tage eine E-mail. Also werde ich bis zum Ende der Reise das Ganze hier betreiben! Der Grund ist: die Chinesen haben diese Internetseite gesperrt.
Ich vermisse Mama, Stephan (und auch Romeo, der ja in Remscheid gut aufgehoben ist) sehr und deshalb freue ich mich riesig auf ihre Heimkehr!!! So lange war ich noch nie von ihnen getrennt.
Liebe Grüße und vielen Dank an meinen Freund (+ Familie), meine Freundinnen und Dani.
Wirklich DANKE für all die Unterstützung, da einiges ohne Mama und Stephan schief läuft, aber ich bin ja schon ein großes Mädchen und versuche so gut es geht die ganzen Hürden zu meistern.
Naja, ich wünsche euch viel Spass beim Lesen weiterhin!
Lisa

Mamas Bericht von Tag 29:
Helle Aufregung heute Morgen. Peter ist nicht zur Fahrerbesprechung erschienen. Das war schon ein wenig merkwürdig, da Peter ein absoluter Frühaufsteher ist und immer einer der ersten. Nach einigen Spekulationen wo er stecken könnte, hat einer vom Team bei ihm angerufen.
Er hatte schlicht und ergreifend verschlafen. Der Abend war lang, mit viel Wodka, wir haben etwas verspätet Halbzeit gefeiert und das brachte mit sich, dass er morgens seinen Wecker ausgestellt hat und noch kurz liegen bleiben wollte. Der Schlaf hat ihn dann aber noch einmal übermannt. Sei es ihm gegönnt, unserem Peter!!!
 
Jan wartet auf den Bus :-)
                                                                                                           

Landstraße
Dann ging es nach der Information, dass wir einen Teil des Weges allein fahren können, Richtung Zharkent. Es war ein schönes Gefühl, mal ein wenig unabhängig zu sein. An den sensiblen Stellen, wo leicht die Gefahr bestand, dass man sich verfährt, haben wir uns versammelt und die weitere Route besprochen. Es war eine wunderschöne Landschaft mit einer guten Straße. Das Wetter muss ich nicht gesondert erwähnen: es war wie immer ein warmer Tag mit Sonnenschein.

Die Eindrücke der unterschiedlichen Landschaften waren großartig. Von „schwarzen“ Bergen, bis hin zur Steppe und dann wieder grün, grün, grün. Die Schafe weiden am Straßenrand und ließen alles sehr friedlich wirken.

Blick auf die Berge

In  Zharkent angekommen, sind wir zuerst in ein nettes Lokal eingekehrt, um frisch geangelte Forellen vom Grill zu essen.
Dann zum Hotel. Es ist einigermaßen ok. Nach einem Meeting, welches Guosheng angekündigt hat,  ging es zum Abendessen. Im Meeting werden wir wohl den weiteren Verlauf der Reise mit Wünschen und Anregungen der Teilnehmer und auch der Reiseleitung besprechen.

Stephan hat sich einen Halsnerv eingeklemmt und kann sich kaum bewegen. Ansonsten geht es uns heute prima. Der Tag mit seinen Eindrücken hat einiges entschädigt, was ich gestern noch sehr emotional zum Ausdruck gebracht habe. Aber auch das gehört zu dieser Reise dazu!

Wir grüßen noch einmal alle lieb, die diesen Blog lesen. Und ich kann euch versichern, das was ich schreibe, ist nur ein Bruchteil dessen, was jeder Einzelne erlebt…

Zharkent ist eine Kleinstadt. Von 1942 bis 1991 unter dem Namen Panfilov bekannt.