Sonntag, 26. September 2010

Tag 38 Turpan – Shan Shan

Nach Shan Shan war die Fahrt wieder sehr anstrengend. 3 Besichtigungen an einem Tag finden wir einfach zu viel. Das ist Sightseeing am Fließband. Wir haben eine alte Stadt besucht, einen Tempel und ein Dorf (welches sogar für den Einlass Geld haben wollte – wir haben uns dieses dann nur aus der Entfernung angeschaut).

Waschtag

Ich weiß nicht genau woran es liegt, aber unser Reiseleitungsteam scheint mir nicht wirklich gut informiert zu sein. Die Straßenverhältnisse nach Shan Shan waren teilweise wieder so schlecht, dass wir uns geweigert haben, weiter zu fahren. Wir wollen mit dem Porsche kein Risiko mehr eingehen! Wir sind froh, dass wir so weit gekommen sind ohne nennenswerte Probleme! Wir waren so sauer, dass wir Guosheng gebeten haben, uns zur Autobahn zu bringen, damit wir direkt nach Hami durchfahren können, um im Hotel zu übernachten. Hami  ist sowieso unser nächstes Ziel. Guosheng hatte in der Zwischenzeit einen Zeltlagerplatz ausfindig gemacht, den die einen ziemlich schrecklich fanden und die anderen „traumhaft“. Wir haben uns kein eigenes Bild gemacht. Wir wollten unbedingt ins Hotel. Das Zelten haben wir uns anders vorgestellt als so, wie es uns angeboten wird. Wir sind dann auch mit 7 weiteren Personen ins Hotel (allerdings in Shan Shan – Hami wäre ca. 350 km entfernt gewesen) gebracht worden.
Solche Ausblicke entschädigen!
Die Entscheidung sollte sich für uns als richtig erweisen. Wir sind mit Svend, Jan, Kalli, Helmut und Bernhard in die echte, eigene Welt der Chinesen eingetaucht. Wir haben mit den Einheimischen zusammen in einem „Biergarten“ gesessen. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und fühlten uns dort sehr wohl. Essen mussten wir nichts mehr, da wir vorher im Hotel gegessen hatten. Yuan (Reisebegleitung) hat sich bis zum Ende des Abendessens sehr lieb um uns gekümmert.. Anschließend haben Stephan und ich dann noch auf ein Getränk bei Svend und Jan vorbeigeschaut. Der Abend wurde dann länger als geplant ;-).

Tag 39 Shan Shan –Hami

 
Tian-Shan Gebirge
Kumul ist ein Regierungsbezirk im Gebiet Xinjian. Seine Hauptstadt, die kreisfreie Stadt Kumul (Hami) ist eine Oase. In ganz China ist Hami vor allem für seine Melonen bekannt.
Einige Teile des Gebietes liegen etwa bis 150 m unter dem Meeresspiegel. Das Gebirge des östlichen Tian-Shan erhebt sich in der Gruppe des Quarlik Taghs bis über 4.900 m. Es gibt extreme Temperaturschwankungen, von 43 Grad im Sommer bis -32 Grad im Winter.
Auf Uigurisch heißt der Ort Kumul. Während der Yuan Dynastie wurde der mongolische Name Qamil als Hämili ins Chinesische traskribiert und seit der Ming-Dynastie ist Kumul als Hami bekannt.

Eigentlich stellen wir fest, dass die Städte sich extrem ähneln. Die Einfahrt in die Stadt ist immer sehr schmuddelig. Die Müllbeseitigung scheint hier nicht wichtig. Ich habe auch im Reiseführer gelesen, dass China mit zu den größten Umweltverschmutzern der Welt gehört. Wenn ich das hier so sehe, wundert mich das gar nicht. Die Menschen schmeißen auch gerne ihren Müll aus ihren Autos und/oder einfach auf die Straße. Dementsprechend riecht es an dem einen oder anderen Ort sehr gewöhnungsbedürftig. Gleichgültigkeit wo man hinschaut…
                         

Ach, ist das ne' schöne Autobahn
Hier in China gibt es ein sehr gutes Autobahnnetz (in den letzten Jahren sind mehr als 30.000! km Autobahn gebaut worden). Die Fahrt hierher führte durch Steppe und Berge. Die Strecke ist einmalig schön. Etwas bizarr, manchmal staubig und trocken und doch ab und zu mal ein Büschel grün. Die Berge selbst leuchten mal in einem hellen Rot oder sind Schwarz wie die Nacht. Das ist für unsere Augen sehr ungewöhnlich. Aber sehr, sehr schön anzusehen.

Die Autobahnstrecken befinden sich in der Ausbauphase. Daher wird der Verkehr oft auf eine Seite gelenkt und dann ist die Autobahn nur noch einspurig befahrbar mit Gegenverkehr. Leider ist die Beschilderung extrem mager, wenn die Autos dann wieder auf die andere Seite müssen, damit der Verkehr wieder 4spurig fließen kann. Es sind uns heute 4!!! Geisterfahrer entgegen gekommen. Eine Situation war für uns wirklich brenzlig und wie wir gehört haben auch eine für Peter! Das ist wirklich eine Schrecksekunde, wenn einem ein Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit entgegen kommt und man nicht damit rechnet. Einem Fahrer konnte ich noch rechtzeitig mitteilen, dass er im Begriff ist, auf die falsche Seite zu fahren. Mensch, Mensch, Mensch, das braucht keiner nach über 9.000 km, die wir sehr sicher hinter uns gebracht haben. Wir müssen jetzt vorsichtiger werden. Wenn die anderen nicht aufpassen, dann tun wir es für sie mit ;-) 
Päuschen mit Svend und Jan


Wir haben die Möglichkeit bekommen, heute einige Besichtigungen machen zu können. Alle haben es aber vorgezogen, einen freien Nachmittag zu haben.

Eine kleine, nette Geschichte hab ich noch: Die kleinen Kinder haben hier lange Baumwollhosen an (keine Unterwäsche!), die hinten am Popo einen langen Schlitz hat. Das heißt der Popo ist immer blank, damit die Kleinen ohne großen Aufwand direkt dort ihr Geschäft machen können, wo sie gerade sind. Nicht appetitlich, sieht aber niedlich aus, die kleinen Kinderpopos J J J.

Tag 37 Urumqi - Turpan

Heute sind wir von Urumqi nach Turpan gefahren. Als ersten Besichtigungspunkt haben wir in  Karaz eine Stätte besucht, in der man die Kanalisation besichtigen konnte. Diese Form der unterirdischen Bewässerung ist mehr als 1.000 Jahre alt. Es werden kleine Tunnel gegraben und diese mit Steinen befestigt, damit das Wasser durchfließen kann, aber nicht versickert. Diese Kanalisation befindet sich komplett unter dem Dorf und versorgt die Bewohner noch heute mit Wasser, welches aus den Bergen kommt.

Kanalisation

Ruinenstadt
Anschließend sind wir in eine Ruinenstadt gefahren. Diese verlassene Stadt hatte eine solche Atmosphäre, dass man sich gut vorstellen kann, wie die Menschen hier gelebt haben. Leider hatten wir zu wenig Zeit, um das Ganze richtig aufnehmen zu können, da wir noch in die „Traubenberge“ fahren wollten. In Grapetown angekommen, waren wir sehr überrascht. Schroffe, kahle Berge. Kein Hauch von Grün. Doch an den Füßen der Berge eröffnete sich eine Oase. Weintrauben-Anbau soweit das Auge reicht. 
Verkauf von vielen Sorten Rosinen
 Diese werden dann in den Trockenhäusern aufgehängt und getrocknet. Viele verschiedene Rosinenarten kann man käuflich erwerben. Beeindruckend waren getrocknete Tomaten, die man hier auch anpflanzt und trocknet. Ganz anders als wir Tomaten kennen. Lutz gab mir eine Tomate und ließ mich raten, was ich da wohl so gerade esse. Ich habe getippt auf Aprikose oder Pfirsich. Leider: komplett daneben. Die Tomaten waren sehr süß und schmecken für unseren Gaumen (zumindest für meinen) eher wie Fruchtbonbons J. 

Immer diese Touri's :-)


Größte Windkraftanlage der Welt
Das Wetter ist toll. Das Klima wunderbar auszuhalten, obwohl das Thermometer bis Mitte 30 Grad krabbelt. Nachts wird es angenehm kühl.


Am Abend gab es dann leider nach dem Abendessen eine Diskussion über die Beträge, die wir hier „so nebenbei“ leisten müssen. Da sammelt sich ganz schön was an! Ergebnis: Bevor eine Stadtbesichtigung oder ein Museumsbesuch ansteht, werden wir IM VORFELD über die Preise informiert. Außerdem wurde über die anstehende Zeltnacht abgestimmt. Guosheng hat mit seinen Argumenten fast alle davon überzeugen können, zu zelten. Lassen wir uns mal überraschen…


Chili-Schoten trocknen auf der Straße
Nach dem Essen sind wir dann noch an die Bar, um noch ein wenig über dies und das zu plaudern. Dabei haben wir mitbekommen, dass draußen vor dem Hotel ein kleiner See ist und dort gefeiert wird. Diese Feier gehört wohl noch zum Mondfest. Wir sind dann zum See und wen treffen wir??? Die halbe Mannschaft. Wir haben uns dann noch auf ein Gläschen dazu gesetzt und es war dann noch sehr lustig. Um 24.00 Uhr gingen dann auf einmal die Lichter aus und wir saßen fast im Dunkeln. Nun gut, Nachtruhe tut auch gut – also sind wir dann alle schlafen gegangen.