Dienstag, 14. September 2010

Tag 27/28 Taraz – Zeltlager Kordaj – Weiterfahrt Almati

Vorab zur Info: Falls ihr Lust habt, könnt ihr auch gerne mal auf die offizielle Seite von China Tours schauen. Die Adresse lautet www.self-drive-tours.com. Dort findet ihr auch alles rund um die Rallye von Rolf A. O. Schneider eingestellt, der auf dieser Reise das Kamerateam leitet.
-----------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------Nach einer spontanen Routenänderung, warum auch immer, sind wir nicht nach Shu gefahren, sondern nach Kordaj. Rolf hatte am Morgen festgestellt, dass sein Fahrzeug nach Benzin riecht. Stephan und Jan haben dann gesehen, dass die Benzinpumpe kaputt ist und er in die Werkstatt muss. Wir anderen sind dann vorausgefahren.

Steppe
Nach einer schier wahnsinnig machenden Fahrt, sind wir in Almati angekommen. Wir hatten ENDLICH einmal vernünftige Straßenverhältnisse, da fährt unser Führungsfahrzeug zwischen 50 und 80 km/h (erlaubt sind 110 km/h). Es ist kaum zu glauben. Nach mehreren Rückfragen, warum das so ist, haben wir die Antwort bekommen, dass hier viel Polizei am Straßenrand steht. Verständlich ist allerdings nicht, warum man nicht wenigstens das fährt, was erlaubt ist. Als wenn wir nicht schon lange genug in den Autos sitzen, interessiert es keinen der Reiseleitung, dass wir froh sind, wenn wir am Zielort ankommen. 
schneebedeckte Berge

Und wieder ein Hotel das aus unserer Sicht lange nicht dem Standard entspricht der uns versprochen wurde. Der Parkplatz auf dem die Autos stehen ist ein Hinterhof, der sich im Bau befindet und die Fahrzeuge können dort nicht problemlos parken. Dort wird mit schwerem Gerät gearbeitet und natürlich gibt einem niemand die Garantie, dass dort nichts passiert.
Natürlich hatten wir Hunger als wir dann nach 5 ½ Stunden in Almati angekommen waren (für sage und schreibe 200 km!!!). Es war wieder nichts organisiert. Nach der gestrigen Nacht war die Toleranz bei einigen doch recht gering, da sie die Nacht im Zelt verbracht hatten und es nachts auf 5 Grad herunter gekühlt war. Das Frühstück im nächstgelegenen Restaurant (wenn man dazu Restaurant sagen kann…) war zwar bemüht, aber wie immer schlecht. Wir begnügten uns dann mit Tee. Allerdings hatten wir den Vorteil, dass wir im Hotel übernachtet haben. Larissa hat sich um 4 Zimmer bemüht. Svend kann mit seiner Verletzung nicht im Zelt übernachten. Renate und Günther hatten ihre Schlafsäcke bei Jürgen im Auto, der aber bei Kalli geblieben ist und diese erst noch zu uns stoßen müssen. Sie sind bis dato noch nicht da. Ihr erinnert Euch? Das war die Reparatur mit dem Hydraulikschlauch. Dies wurde dann notdürftig repariert und als sie alle auf dem Weg zu uns waren, ist ein Reifen vom Auto abgesprungen, da die Muttern nicht festgezogen waren. Gott sei Dank ist niemandem etwas passiert. Trotzdem für Kalli & Co. extrem ärgerlich, da das wieder Zeit kostet. Bernd wollte auch ins Hotel und wir konnten mit dem Porsche nicht auf das Gelände, das Guosheng für uns ausgeguckt hatte. Keiner  von der Reiseleitung hat sich im Vorfeld damit auseinandergesetzt, wo und wann wir zelten. Irgendwo am Straßenrand (sehr staubig und viel, viel Verkehr und mit dem Porsche nicht zu erreichen..) wird entschieden: so hier zelten wir!
Das was hier aus dem klassischen Zelten gemacht wird, schreit zum Himmel.
Außerdem haben wir später gehört, dass 2 Russen vor Ort waren und einige Angst hatten, dort in der Wildnis zu bleiben.

unser Hotel
Es mag ja sein, dass diese Reise eine Abendteuer Tour sein soll. Aber mittlerweile fühlen sich hier einige auf den Arm genommen. Die Hotels sind jenseits von Gut und Böse. Das Essen ist durchweg schlecht und einer Rallye gleicht die Reise in keinster Weise. Wir müssen! schön hintereinander herdackeln und uns dem Führungsfahrzeug anpassen.
Als dann Guosheng auch noch bekannt gab, dass die Stadtbesichtigung in Almati pro Nase € 25,00 kostet, haben wir nur gestaunt. Langsam fragen wir uns (und wir sind nicht alleine!) wofür wir die enormen Startkosten bezahlt haben.
Allerdings muss ich erwähnen, dass wir in dem „tollen“ Hotel welches Larissa gefunden hatte, einen wirklich netten Abend auf Svend und Jans Zimmer verbracht haben. Wir mussten dringend Balast abwerfen (Jan – Du weißt was ich meine J) und das ist uns gemeinsam geglückt!


weiß nicht mehr was das ist :-), ist aber schön!
Svend, Jan, Günther, Renate, Stephan und ich sind gerade wieder zurück. Wir haben uns ein auswärtiges Lokal gesucht und dort gegessen. Heute Abend werden wir wohl auf eine Kleinigkeit nochmal dort hingehen. In dem Restaurant im Hotel ist es einfach nur schrecklich. Ein dunkles Zimmer ohne Fenster – und das in einem angeblichen 4* Hotel bei wunderschönem Wetter. Und die Städte geben durchaus vielschichtige Hotelmöglichkeiten bzw. Alternativen her.

Wir vermissen Emotionalität, Sensibilität und eine große Portion Enthusiasmus beim Veranstalter. Diese Zeilen kann jetzt jeder nehmen wie er will. Das hat nichts mehr mit Oldtimer-Rallye zu tun!
Wir haben schließlich keine Rucksack-Reise im Urwald gebucht. Es ist uns eine wunderschöne Reise mit einer entsprechenden Organisation versprochen worden (nur landschaftlich wird dieses Versprechen gehalten und darauf hat der Veranstalter keinen Einfluss). Dieses Gefühl ist sicherlich subjektiv. Es mag Teilnehmer geben, die das anders sehen. Leider ist es oft so, dass sich einige im Gespräch genauso äußern wie wir, aber es nicht offen ansprechen. Ich bin ein Mensch, der sagt was er denkt!
Nach wie vor kann ich nicht sagen, ob ich jeden Tag ins Netz komme. Ich bitte hierfür um Verständnis. Ich reiche die Infos  so schnell ich kann nach.
Trotzdem noch eine kleine Geschichtsstunde:
Almaty, in der neuen inoffiziellen Lateinschrift Almati, ist die ehemalige Hauptstadt Kasachstans mit 1,4 Mio. Einwohnern. Sie liegt unweit der Grenze zu Kirgistan.
Almaty ist bis heute der kulturelle, wissenschaftliche und wirtschaftliche Mittelpunkt des Staates. Auch die Verlegung der Hauptstadt nach Astana hat diese Position nur geringfügig beeinflusst.
Ausgrabungen belegen, dass es auf dem Territorium von Almaty spätestens seit dem 10. Jahrhundert n. Chr. vier größere Siedlungen gab, von denen drei nach etwa zwei Jahrhunderten zur Stadt Almati zusammenwuchsen.
Wir finden hier ein zentrales staatliches Museum, die Christi-Himmelfahrt-Kathedrale und die Sultan-Kurgan-Moschee.

Tag 26 – Anreise Taraz und Tag 27 Weiterreise zum Zeltlager Shu

Taraz, russisch: Dschambul, ist eine Stadt im Süden Kasachstans am Fluß Talas. Sie hat ca. 406.000 Einwohner.
Taraz ist schon seit über 2000 Jahren besiedelt. Im 5. Jahrhundert lag die Stadt an einer Karawanenstrecke zwischen Europa und China. Sie wurde im 8. und 9. Jahrhundert von den Arabern regiert und im 13. Jahrhundert von den Mongolen verwüstet.

Im späten 18. Jahrhundert wurde die kasachische Stadt Aulije-Ata gegründet, die 1864 von Russland annektiert wurde. 1938 änderte man den Namen in Dschambul. Am 8. Juni 1997 wurde Dschambul auf Anordnung des Präsidenten in seinen ursprünglichen Namen TARAZ umbenannt.

Heute ist es eine moderne Stadt. Auffällig ist, dass hier viele europäische Fahrzeuge auf den Straßen sind. Die Fahrweise ist hier ziemlich draufgängerisch. In Usbekistan findet man wenig „deutsche“ Fahrzeuge, da die Einwohner 110 %!!! Steuern auf ein Fahrzeug zahlen müssen. Damit will man den eigenen Markt schützen. Daewoo (Matiz)  ist hier das beliebteste Fahrzeug. 7.000 $ kostet ein Kleinwagen.

Teepause an der Grenze
Wir sind nach 13 Stunden endlich in Taraz angekommen. Die Grenzabfertigung war extrem nervig. So viele korrupte Grenzbeamte hab ich selten gesehen. Sie lassen keinen durch, der nicht mindestens 1 Präsent in der Tasche hat. Man ist absolut der Willkür dieser Beamten ausgesetzt. Alle fügen sich dieser Situation, da man hier eindeutig am kürzeren Hebel ist. Nach vielen T-Shirts (die Rolf gespendet hat), Feuerzeugen und diversen Dollars, haben wir es dann nach 4,5 Stunden endlich geschafft, die Grenze zu passieren. Auf der kasachischen Seite mussten wir dann einige Zeit auf Larissa warten, da sie ihre eigenen Formalitäten, weil sie uns professionell betreuen wollte, vergessen hatte. Die Zeit haben wir mit leckerem Tee und diversen Süßigkeiten aus dem Fundus von Helmut & Co. verbracht. Noch vor dem ersten Tankstopp ist dann leider der Hydraulikschlauch (Diagnose einer Frau J) von Kalli’s Auto geplatzt und die Weiterfahrt war für ihn und seine Mitreisenden erst einmal in Frage gestellt. Gemeinsam hat sein Team dann entschlossen, in die Werkstatt vor Ort zu fahren. Alle anderen sind dann weitergefahren. Wir hatten noch eine lange Fahrt von uns. Nicht kilometertechnisch, sondern aufgrund der Straßensituation und der Fahrt von Dorf zu Dorf. Nach einigen Stunden gingen mir dann doch die Straßenverhältnisse zum ersten Mal richtig auf die Nerven. Der Porsche hält tapfer stand, aber nach über 6.000 km sehnt man sich doch mal nach einer einigermaßen guten Fahrbahn. Immer wieder wird uns bewusst, wie verwöhnt wir sind. Positiv ist daran, dass man doch wieder einige Dinge in Deutschland zu schätzen weiß. So wie es aussieht, haben wir eine der bisher schönsten Strecken nicht sehen können, da es inzwischen Dunkel geworden war.
Wunderschöne Landschaft

Im Hotel angekommen gab es noch ein warmes Abendessen. Seit 1 Woche bekommen wir immer wieder das Gleiche zu essen. Salat, Suppe und einen Hauptgang. Nun denn, nicht Klagen. In China soll angeblich alles besser werden. Das Hotel – ich erspare mir einen Kommentar!

Endlich ist Renate da! Günther hat sich gefreut, dass seine Frau in Tashkent dazu gekommen ist und ich freue mich auch, endlich wieder ein weibliches Wesen um mich zu haben, obwohl ich mich über die Zuwendung der Männer nicht beklagen kann J. Er hat sich gefreut wie ein kleines Kind. Ihr erster Tag war sicherlich auch nicht so, wie sie es sich gewünscht hat. Sie war halb erfroren als sie aus dem Auto stieg. Der Replica ist auf beiden Seiten komplett offen und nachts bzw. abends wird es hier empfindlich kalt.


Morgen sind wir im Zeltlager. Einige haben schon den Wunsch geäußert, ein Hotel suchen zu wollen. Wenn wir noch ein paar Mitstreiter finden, werden wir wieder zelten.

Reifenpanne bei Curdin