Samstag, 2. Oktober 2010

Tag 43 Jiayuguan – Lanzhou


Traumhafter Blick auf die Berge

Die "Kalender-Landschaft"



Nachdem wir uns wieder über 100 km durch Baustellen gequält haben, sind wir nach 9,5 Stunden endlich hier angekommen. Insgesamt waren es 735 km, die wir heute gefahren sind.
Es ist kaum zu glauben, was hier gebaut wird. Es ist ein Land in Aufbruchstimmung.
Überall schweres Baugerät, Gerüste und viele Menschen, die eifrig arbeiten. Sowohl bei den Gebäuden als auch bei den Autobahnausbauten ist es anscheinend nicht der einzelne Arbeiter, der zügig und
qualitativ hochwertig arbeitet, sondern die Masse macht‘s.  Die Baustellen sind zwischen 20 und 80!!! km lang. Es sind hunderte von Menschen auf den Baustellen. Sie wohnen sogar zum Teil in Zelte, die direkt in den Baustellen stehen. Beim Straßenbau ist mir aufgefallen, dass hier ca. 50 % Frauen arbeiten. Vieles wird auch ohne Maschinen gemacht. Die Berge, die sich entlang der Straße auftürmen, werden z. T. mit Maschinen abgetragen, aber die Feinarbeiten machen meistens die Frauen. Sicher ein Knochenjob. Ich hoffe, er wird gut bezahlt?!


Päuschen am Straßenrand
In Lanzhou angekommen, sind wir vom Verkehrsaufkommen überrascht. Das hier kann man sicher mit Kairo oder Mumbai vergleichen. Das absolute Chaos. Hunderte von Autos drängen in die Stadt. Jeder will vorwärts kommen und drängelt ohne Rücksicht auf Verluste. Man muss genauso frech sein wie die Einheimischen, sonst kommt man nicht vorwärts. Das ist sicherlich nicht für jeden Geschmack, eine solche Einfahrtsstraße in die Stadt zu meistern. Da muss man schon Nerven haben! Wo sind all die Fahrräder hin? Vor 20 Jahren konnte kaum ein Chinese Autofahren (und das merkt man deutlich) !
 
Blick aus dem Hotelzimmer

Lanzhou ist die Hauptstadt der Provinz Gansu im Nordwesten der Volksrepublik China. Seit dem 1. Jahrtausend war die Stadt zumeist ein bedeutender Verbindungspunkt der historischen, nördlichen Seidenstraße und ebenfalls ein wichtiger Ort zur Überquerung des Gelben Flusses. Sie war eine Art Grenzübergang zwischen dem chinesischen Kernland im Südosten und den Krieg führenden Stämmen im Norden und Westen. Zum Schutz der Stadt wurde die chinesische Mauer bis zur Stadt Yumen erweitert. Ihren heutigen Namen erhielt die Stadt 1656 unter der Qing-Dynastie. 1666 wurde Lanzhou Hauptstadt der neu gegründeten eigenständigen Provinz Gansu.
Sehenswert sind eine Tempelanlage in Höhlen außerhalb der Stadt, ein kulturhistorisches Museum, der „Park der weißen Pagode“, mit einer siebenstöckigen Pagode, die während der Yuan-Dynastie erbaut wurde und am Ufer des Huang He liegt.

Da wir morgen einen Tag frei haben, würde ich gerne die Pagode besichtigen. Schauen wir mal, worauf die Jungs Lust haben…
Solche Ausblicke entschädigten die schlechte Straße