Donnerstag, 7. Oktober 2010

Tag 51 Bengbu – Nanjing

 
Alt und Neu

Der Wunsch in ein besseres Hotel zu kommen als in Bengbu, hat sich Gott sei Dank bestätigt. Wir sind bereits in Nanjing (es ist 12.35 h). Nanjing ist eine Großstadt mit 5,4 Mio. Einwohnern. Nanjing ist hinter Shanghai die zweitgrößte Stadt in Ostchina.

Nanjing gehört zudem zu den ältesten Städten Chinas. Der Legende nach hat Fu Chai, der Herrscher von Wu, bereits 495 v. Chr. eine Stadt namens Yecheng erbaut, auf dem Gebiet des heutigen Nanjing.
1912 stieg Nanjing untere dem Regime Sun Yat-sens ein zweites Mal zur Hauptstadt auf und noch heute befindet sich sein Mausoleum in den Purpurbergen im Osten der Stadt.
Nach der Machtergreifung der Kommunisten 1949 und der damit verbundenen Erhebung Pekings zur Hauptstadt der Volksrepublik, sank Nanjing auf den Status einer Provinzhauptstadt herab.

Stephan und ich werden heute Nachmittag im Hotel bleiben und nicht am Sightseeing-Programm teilnehmen. Eventuell ein wenig durch die Straßen bummeln, da wir sehr müde sind. Die Reise hinterlässt doch so ihre Spuren. Aber nun geht es mit großen Schritten Richtung Endspurt. Morgen steht Wu’xi  auf der Liste. Das sind ca. 150 km von Nanjng bis Wu’xi. (was sind schon 150 km !!! ) und dann noch 70 (!!!) km bis Shanghai J.  Keine Gewähr für diese Angaben, da wieder eine Routenänderung stattgefunden hat, die wir im Detail noch nicht erfragt haben.
Blick aus dem Hotelzimmer


Also, heute mal kein so spannender Bericht, aber es sollen einmal die Polizisten hier gesondert erwähnt werden J. Keine Kontrollen am Straßenrand, keine Bestechung nötig, kein Machtgehabe, keine Arroganz!
Dafür: Winken, wenn wir zu schnell an ihnen vorbei fahren, ein nettes Lächeln, wenn wir sie rechts auf der Autobahn überholen und freundliches Salutieren, wenn wir in der Stadt Slalom um die chinesischen Fahrzeuge fahren! Das verdient mal ein Lob! Macht wirklich Freude, eine so nette Polizei zu erleben!!!

Tag 50 Pingdingshan – Bengbu

 
Der Schoßhund in China
Es ist wirklich erstaunlich, dass hier auf den Straßen nicht mehr passiert! Es ist unglaublich, wie unverantwortlich hier gefahren wird… Die Stadteinfahrten sind immer ein Glückspiel und gewinnen kann nur der mutigere oder naive Fahrer.
Die Autobahnfahrt von über 420 km war heute aber recht einfach für mich. Da die Autobahn, die von privaten Investoren gebaut wird Mautgebühren kostet, hält sich der Verkehr hier noch in Grenzen.
Trotzdem haben wir bis nach Bengbu 9 Stunden gebraucht. Sicherlich auch, weil Svend eine erneute Rallyeprüfung mit dem Team gemacht hat. Wir mussten eine Distanz in einer bestimmten Geschwindigkeit fahren (Gleichmäßigkeitslauf – für die Insider ;-)). Ich glaube, ich hab das ganz gut hinbekommen J.

Maisernte

Hier ist es, wie in jeder Stadt die wir bisher gesehen haben, sehr laut und hektisch.
Ausblick aus dem Hotelzimmer
 Aber man gewöhnt sich auch daran! Es leben hier ca. 3,5 Mio. Einwohner und die Stadt liegt ca. 1.000 km südlich von Peking. Bengbu ist an der Bahnlinie von Guangzhou nach Peking und ist von Shanghai aus in ca. 5 Stunden zu erreichen.



 
Dieses Bild spricht für sich. Das muss man auf sich wirken lassen...
Die Innenstadt ist geprägt von den Gegensätzen der alten chinesischen Lebensart, die wir hautnah auf unserem kurzen Abstecher auf die Landstraße erleben durften und moderner Einflüsse. 
Familienfest auf der Straße
 Wie in den meisten größeren Städten im Reich der Mitte, findet sich auch hier eine bunte Mischung aus mobilen und stationären Garküchen, fliegenden Händlern, Karaokebars, Minigeschäften und modernen Kaufhäusern.
Wir sind immer wieder erstaunt, wie viel hier gebaut wird. Hochhäuser, die hunderte von Wohnungen in sich bergen und Retortenstädte, die oft noch gespenstisch unbewohnt sind. Wenn alle diese Menschen vom Land in die Stadt ziehen müssen, dann verlieren sie den Bezug zum ursprünglichen China. Sicherlich bring diese Umsiedelung aber auch Chancen für Menschen, die sich verändern und lernen wollen.
Es ist so gigantisch viel im Umbruch hier, dass es schon fast Angst macht. Man kann nur hoffen, dass die Chinesen sich nicht aufgrund ihrer Geschwindigkeit verzetteln. Ich werde diese Entwicklung auch von zu Hause aus beobachten. Jetzt haben wir sicherlich einen anderen Blick für die Nachrichten aus diesem Land.

Gleich geht es noch zum Abendessen und anschließend ins Bett, damit wir morgen früh ausgeruht unsere Etappe nach Nanjing antreten können.