Montag, 30. August 2010

Tag 13 - Besichtigung Kreml von Astrachan und Bootsausflug

Gegen 8.30 h haben wir uns am Bus vor dem Hotel getroffen, um unsere "Stadtbesichtigung" per Bus und zu Fuß anzutreten. Vorher wollten wir noch einige Dinge aus dem Auto holen und mussten leider den ersten Schaden an unserem Porsche feststellen. Man hatte uns über Nacht das Porsche-Emblem mit roher Gewalt von der Motorhaube entfernt und gestohlen, Tiefe Kratzer auf der Haube sind aber Gott sei Dank das einzige Ärgernis. Es hätte auch schlimmer kommen können! 
Porsche ohne Emblem
Alle anderen Autos sind anscheinend verschont geblieben. Bisher waren wir nicht so sehr im Fokus der Russen mit unserem Auto. Je östlicher wir kommen, desto mehr scheint dieses Auto eine Faszination auf die Jugendlichen auszuüben. Ständig ist eine Traube von jungen Männern um dieses Fahrzeug. Wir werden wohl doch mehr auf das Auto achten müssen. Wir haben heute auf eigene Kosten einen Wachposten für den Parkplatz engagiert, damit nicht noch mehr passiert.

Kreml in Astrachan
Nach allgemeiner Beruhigung sind wir dann los. Im Roadbook steht, dass wir eine Stadtrundfahrt in Astrachan machen. Tatsächlich stellte sich aber heraus, dass wir "nur" den Kreml (Kreml steht für Burg oder Festung) von Astrachan besuchen und anschließend mit dem Bus an eine Ablegestelle der Wolga gefahren werden, um dort in kleine Boote zu steigen.
Wilde Pferde am Wolga-Ufer
 Diese sollten uns dann durch das wunderschöne Wolga-Delta
 an einen Ort bringen, an dem dann das Mittagessen serviert wird. Die Fahrt dauerte über 1,5 h und war sehr anstrengend, da es sehr heiß war und keiner wirklich darauf vorbereitet war, Sonnencreme oder gar eine Kopfbedeckung mitzunehmen. Einige haben sich einen Sonnenbrand zugezogen und zu denen gehört natürlich Stephan :-(
Der Platz an dem unsere Mittagspause stattfand, war ein Traum. Absolute Ruhe und wunderschöne Schwäne (so viele haben Stephan und ich noch nie auf einmal gesehen). Wir haben dann lange auf dem Steg gesessen und einfach das Wetter und den Ort genossen. Das hatte sogar etwas romantisches!
Oase der Ruhe
Anschließend sind, außer Stephan und mir, alle zurück zum Hotel. Wir haben uns auf der Strecke absetzen lassen und haben mit der Reiseleitung noch ein paar Erledigungen gemacht. Die Reiseleiterin war so nett ihren Mann anzurufen, der uns dann pünktlich zum Abendessen zurück zum Hotel gebracht hat.
Da Nicole und Johann heute nach Hause fliegen (ich bin dann noch die einzige Frau in dem Männerhaufen!!!), haben wir uns alle noch in der Bar getroffen und gemeinsam Abschied gefeiert.
Nicole und Johann: es war schön, Euch kennenzulernen!!! Johann; Wir sehen uns dann zum get together nach der Reise!
Nicole: Dir alles, alles Liebe für Deine Zeit in Australien! Und nicht vergessen; Email schreiben!!!

Kurz noch eine kleine Geschichte zu Astrachan:
Astachan hat 504.000 Einwohner. Die Stadt ist auch unter den Namen Etil und Itil bekannt. Beide Namen bezeichnen den Fluss an welchem die Stadt liegt: Die Wolga!
Seit dem 6. Jahrhundert war Astrachan ein wichtiger Warenumschlagplatz zwischen Europa und den Anrainern des Kaspischen Meeres. Davon zeugt auch der, heute allerdings weniger gebräuchliche Name Astrachan - das steht für das lockige Fell des Lamms des Karakulschafs, das hauptsächlich an diesem Platz gehandelt wurde.
Seit dem 13.Jahrhundert von Tataren besiedelt war Astrachan lange Zeit Sitz eines tatarischen Khanates, des Khanat Astrachan. 1556 belagert Iwan der Schreckliche die Stadt und brannte sie völlig nieder.
1558 wurde die Stadt an  ihrer jetzigen Stelle, 12 km stromabwärts, neu gegründet.

Wunderschönes Wolga-Delta

Morgen verlassen wir Russland und fahren dann 4 Tage durch Kasachstan.