Dienstag, 5. Oktober 2010

Tag 49 Luoyang – Pingdingshan

Ich weiß gar nicht, wie ich noch ohne Polizeibegleitung durch unsere Städte zu Hause fahren soll ;-) . In Pingdingshan an der Mautstelle angekommen, wurden wir vom hiesigen Fernsehteam in Empfang genommen und die Polizei hatte sich auch schon positioniert. Die Straßen und Kreuzungen waren komplett für uns gesperrt worden! 
Pngdingshan
Polizisten säumten ca. 12 km lang die Straße und jede Kreuzung war für die anderen Verkehrsteilnehmer so lange gesperrt, bis wir durchgefahren waren. Viele Menschen standen am Straßenrand und beobachteten das Treiben und winkten uns zu. Das war schon ein komisches Gefühl. Die Autofahrer mussten an den Ampeln, egal ob rot oder grün stehen bleiben und uns vorbeilassen, da wir z. T. auch im Gegenverkehr im Konvoi unterwegs waren. Jetzt wissen wir wie sich ein Politiker fühlt, wenn er so durch eine Stadt geleitet wird. Bei uns in Deutschland wäre das für eine „Reisegruppe“ undenkbar und hier macht man es mit großer Freude und Stolz. Verrückte Welt!!!


Shaolin Mönche
Heute Mittag im Shaolin Kloster war ich etwas enttäuscht. Auch hier hat der Kommerz Einzug gehalten. Menschenmassen wohin das Auge schaut. Ein Verkaufsstand neben dem anderen. Die Klosteranlage selbst ist sehr schön gelegen und im Inneren der Anlage gibt es auch wunderschöne Pagoden. Aber aus meiner Sicht, ist vom eigentlichen Leben der Mönche hier nichts mehr zu spüren. Schade, wir hatten uns mehr davon versprochen.

Long Man Grotten

Unser erstes Ziel allerdings heute Morgen waren die Long Man-Grotten. Auch hier Touristen soweit man schauen konnte. Es sind halt zur Zeit die Nationalfeiertage und das bedeutet für die Chinesen: Urlaub im eigenen Land. 

Gleich geht es zum Bankett. Leider habe ich mir aufgrund des Platzmangels im Auto nur ein schönes Kleid mitgenommen und das wollte ich in Shanghai beim Empfang tragen. Hm…

Chinesische Pagode

Pingdingshan ist eine Stadt mit ca. 5 Mio. Einwohnern und davon rund 3,7 Mio. Bauern. Sie ist der zweitwichtigste Standort der Kohleindustrie in China und das spürt man auch auf den Straßen. Es liegt überall schwarzer Staub.  Außerdem ist diese Stadt die Heimatstadt unseres Reiseveranstalters Guosheng. Wir freuen uns für ihn, dass er so in seiner Heimat in Empfang genommen wurde!

Tag 48 Route Xi’an – Luoyang

Da es gestern wieder sehr spät geworden ist und ich im Anschluss lange nicht einschlafen konnte (im Gegensatz zu Stephan J), bin ich heute Morgen entsprechend müde gewesen. Heute ist es aber wieder meine Etappe, die es hinter uns zu lassen gilt. Die Fahrt war ohne Probleme, es waren ca. 350 km Autobahn. Mittags haben wir auf einer Raststätte eine Kleinigkeit gegessen und sind dann im Konvoi, begleitet von der Polizei, in Luoyang eingefahren.

Stadttor


Empfang mit Pauken und Trompeten
Dort sind wir dann im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten empfangen worden. Es waren Trommler und andere Musiker auf der Straße vor dem Stadttor und nahmen uns lautstark und kunterbunt in Empfang. Nett war auch das Konfetti, das von oben über unsere Autos herab rieselte. Nach einigen Reden der hiesigen namhaften Minister und ein paar netten Worten von Curdin an die Gastgeber, durften wir mit den Autos in den Innenhof fahren.
Eingang Südtor mit Empfangsbanner
 Dort erwartete uns ein Empfangskomitee mit der Geschichte des Tores und der Tempel, die dort stehen.
Das sieht doch lecker aus...
 Nach der Besichtigung sind wir dann zu einem kulturellen Essen eingeladen worden. Das Restaurant war wirklich sehr schön hergerichtet und es gab (ich weiß es nicht ganz genau…) 18 verschiedene Suppen! Hier ist Tradition, so viel wie möglich mit Wasser zu kochen, daher ist die „Suppenküche“ hier sehr beliebt. Das Essen war wirklich gut.
Die Stimmung im Raum, in dem wir mit den Gastgebern allein waren, wurde durch Willkommensgrüße und kleine Geschichten aufgeheitert. Auch ein Präsent wartete auf uns: früher wurde die Seidenstraße mit Kamelen bereist, heute mit Autos. Deshalb gab es von einem Künstler selbst entworfene Porzellankamele.

Eric hat sich die Pause verdient!
Eine musikalische Darbietung verschiedener ortsansässiger Künstler war auch extra für uns organisiert worden. Die chinesische Musik allerdings ist für unsere Ohren sehr gewöhnungsbedürftig. Und wenn es dann auch noch Stücke aus der Oper sind, dann wird es schwierig. Aber die Geste und der Empfang, der wirklich viele nette Details hatte, die auf unsere Rallye bezogen waren, war sehr nett.

Nun sind wir, wieder von der Polizei eskortiert, ins Hotel gebracht worden. Auch hier wurden wir nett empfangen. Da es morgen sehr früh los geht, halte ich mich heute kurz. Wir besichtigen auf dem Weg nach Pingdingshan ein Shaolin-Kloster.


Typisches Haus

Luoyang ist eine der sogenannten vier großen alten Hauptstädte Chinas.  Heute hat sie sich zu einer Industriestadt entwickelt, aber deren Altstadt neu restauriert wird.
Sie hat ca. 6,4 Mio. Einwohner.

Man sagt, dass Konfuzius in Luoyang studierte und Laoze ebenfalls hier arbeitete. Die Tang-Dynastie verlegte ihre Hauptstadt nach Chang’an, dem heutigen Xi’an. Damit begann der Abstieg zu einer normalen chinesischen Stadt, der sich mit dem Untergang der Tang noch verstärkte. Trotzdem spürt man aber noch den Stolz auf die Geschichte der Stadt.