Dienstag, 14. September 2010

Tag 26 – Anreise Taraz und Tag 27 Weiterreise zum Zeltlager Shu

Taraz, russisch: Dschambul, ist eine Stadt im Süden Kasachstans am Fluß Talas. Sie hat ca. 406.000 Einwohner.
Taraz ist schon seit über 2000 Jahren besiedelt. Im 5. Jahrhundert lag die Stadt an einer Karawanenstrecke zwischen Europa und China. Sie wurde im 8. und 9. Jahrhundert von den Arabern regiert und im 13. Jahrhundert von den Mongolen verwüstet.

Im späten 18. Jahrhundert wurde die kasachische Stadt Aulije-Ata gegründet, die 1864 von Russland annektiert wurde. 1938 änderte man den Namen in Dschambul. Am 8. Juni 1997 wurde Dschambul auf Anordnung des Präsidenten in seinen ursprünglichen Namen TARAZ umbenannt.

Heute ist es eine moderne Stadt. Auffällig ist, dass hier viele europäische Fahrzeuge auf den Straßen sind. Die Fahrweise ist hier ziemlich draufgängerisch. In Usbekistan findet man wenig „deutsche“ Fahrzeuge, da die Einwohner 110 %!!! Steuern auf ein Fahrzeug zahlen müssen. Damit will man den eigenen Markt schützen. Daewoo (Matiz)  ist hier das beliebteste Fahrzeug. 7.000 $ kostet ein Kleinwagen.

Teepause an der Grenze
Wir sind nach 13 Stunden endlich in Taraz angekommen. Die Grenzabfertigung war extrem nervig. So viele korrupte Grenzbeamte hab ich selten gesehen. Sie lassen keinen durch, der nicht mindestens 1 Präsent in der Tasche hat. Man ist absolut der Willkür dieser Beamten ausgesetzt. Alle fügen sich dieser Situation, da man hier eindeutig am kürzeren Hebel ist. Nach vielen T-Shirts (die Rolf gespendet hat), Feuerzeugen und diversen Dollars, haben wir es dann nach 4,5 Stunden endlich geschafft, die Grenze zu passieren. Auf der kasachischen Seite mussten wir dann einige Zeit auf Larissa warten, da sie ihre eigenen Formalitäten, weil sie uns professionell betreuen wollte, vergessen hatte. Die Zeit haben wir mit leckerem Tee und diversen Süßigkeiten aus dem Fundus von Helmut & Co. verbracht. Noch vor dem ersten Tankstopp ist dann leider der Hydraulikschlauch (Diagnose einer Frau J) von Kalli’s Auto geplatzt und die Weiterfahrt war für ihn und seine Mitreisenden erst einmal in Frage gestellt. Gemeinsam hat sein Team dann entschlossen, in die Werkstatt vor Ort zu fahren. Alle anderen sind dann weitergefahren. Wir hatten noch eine lange Fahrt von uns. Nicht kilometertechnisch, sondern aufgrund der Straßensituation und der Fahrt von Dorf zu Dorf. Nach einigen Stunden gingen mir dann doch die Straßenverhältnisse zum ersten Mal richtig auf die Nerven. Der Porsche hält tapfer stand, aber nach über 6.000 km sehnt man sich doch mal nach einer einigermaßen guten Fahrbahn. Immer wieder wird uns bewusst, wie verwöhnt wir sind. Positiv ist daran, dass man doch wieder einige Dinge in Deutschland zu schätzen weiß. So wie es aussieht, haben wir eine der bisher schönsten Strecken nicht sehen können, da es inzwischen Dunkel geworden war.
Wunderschöne Landschaft

Im Hotel angekommen gab es noch ein warmes Abendessen. Seit 1 Woche bekommen wir immer wieder das Gleiche zu essen. Salat, Suppe und einen Hauptgang. Nun denn, nicht Klagen. In China soll angeblich alles besser werden. Das Hotel – ich erspare mir einen Kommentar!

Endlich ist Renate da! Günther hat sich gefreut, dass seine Frau in Tashkent dazu gekommen ist und ich freue mich auch, endlich wieder ein weibliches Wesen um mich zu haben, obwohl ich mich über die Zuwendung der Männer nicht beklagen kann J. Er hat sich gefreut wie ein kleines Kind. Ihr erster Tag war sicherlich auch nicht so, wie sie es sich gewünscht hat. Sie war halb erfroren als sie aus dem Auto stieg. Der Replica ist auf beiden Seiten komplett offen und nachts bzw. abends wird es hier empfindlich kalt.


Morgen sind wir im Zeltlager. Einige haben schon den Wunsch geäußert, ein Hotel suchen zu wollen. Wenn wir noch ein paar Mitstreiter finden, werden wir wieder zelten.

Reifenpanne bei Curdin

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