Dienstag, 21. September 2010

Tag 33 – Kuitun – Shihezi


Heute Morgen sind wir zeitig los. Alle brauchten noch etwas Bargeld. Auch das wird hier zum Abenteuer. Bei dem einen funktioniert die Karte nicht, bei dem anderen ist ein Formular auszufüllen und keiner weiß so genau, wo er hingehört. Wir brauchen hier für alles Guosheng, der übersetzt. Kein Schild ist zu lesen, kein Formular ohne Hilfe auszufüllen. Das ist ein fremdes Gefühl. Mit irgendeiner Sprache kommt man immer weiter. Hier nicht! Hier wird NUR chinesisch gesprochen und sonst nix.

Lutz beim Interview

Nach einer Stunde in der Bank stand plötzlich ein Fernsehteam auf dem Parkplatz. Es ist immer wieder beeindruckend, wie schnell es sich herum spricht, wenn „wir da sind“. Kaum ein Mensch auf der Straße und dann auf einmal viele, viele Menschen um uns herum. Alle neugierig und freundlich. Aber auch irgendwie irritiert. Langnasen kennt man hier nicht. Man hat zwar schon mal von uns gehört, aber noch nicht viele gesehen. Manche Kinder haben Angst und kommen nicht näher. Da nützt auch ein Stück Schokolade nichts.
Das Fernsehteam hat uns dann ein paar Kilometer begleitet und vorher noch von Lutz ein Interview aufgenommen.
  

wunderschöne Landschaft
 Da wir ein wenig Zeit hatten, hat Guosheng vorgeschlagen durch die Berge zu fahren, um die wunderschöne Landschaft zu bestaunen. Leider hat er die Rechnung ohne den Porsche gemacht. Wir haben nach 5 km gestreikt und gesagt, dass wir die ausgewählte Militärstrecke nicht weiterfahren. Da haben wir gestern das Risiko auf ein Minimum reduziert, da werden wir heute mit so einer Straße konfrontiert, die wieder eine Herausforderung für Fahrer und Auto ist.  
Der gute Gedanke von Guosheng war, möglichst nah an die Berge zu kommen, um das Bergmassiv von ca. 5.000 m Höhe zu genießen. Die Landschaft ist absolut sehenswert. Das konnten wir schon auf den ersten 5 km wahrnehmen. Aber leider war es für uns nicht realisierbar, diesen Weg zu fahren, das Risiko wäre zu groß gewesen.  

Die Chinesen zocken gern


Die Schuhmacherin
 Kalli mit Team und wir sind dann gemeinsam mit Peter und einem Guide zurückgefahren, um den bequemeren Weg zu fahren. Die anderen wollten versuchen, die Piste zu fahren. Anscheinend ist bis jetzt auch alles gut gegangen. Sie sind zwar noch unterwegs, aber Peter hat mit Rais telefoniert und sie scheinen inzwischen auf der guten Landstraße angekommen zu sein.
(Neuer Stand um 24.00 h – 2 geplatzte Reifen und viele Steine, die weg geschafft werden mussten. Wir hätten es nie geschafft, war die Aussage der anderen!) 
Das Hotel in dem ich gerade sitze ist gut. Ich habe sogar mal einen richtig leckeren Kaffee bekommen. Das lässt die Laune doch steigen.

Wir erleben ein pures, ungeschminktes China auf der bisherigen Route.

Markt - Hier gibt es alles was man nicht braucht
Kein Tourismus, keine schön gemachten Straßen und Wege, sondern alles so, wie es eben ist. Auch hier würden die leider fehlenden Bilder Geschichten erzählen! Dieses China ist voller Gegensätze. Eine wunderschöne Landschaft, die einem den Atem raubt, aber eben auch schmutzige Straßen, ärmliche Dörfer und schmutzige Menschen. 
Die Metzgerei vor Ort
Auch hier ist die Hygiene für einen Europäer nicht akzeptabel. Die Lebensmittel liegen auf staubigen Straßen, das Fleisch liegt ebenso auf der Straße und die Fliegen haben ihren Spaß daran. Es fällt mir schwer, hier gerne zu essen. Ich versuche es auf Gemüse und Obst (welches von Natur aus verpackt ist) zu reduzieren. In den Hotels ist es sicherlich etwas anderes, da hier der Durchfluss ein anderer ist.
Trotzdem muss ich sagen, egal wo wir eingekehrt sind, die Menschen sind sehr nett und gastfreundlich. 
Es wird für uns gekocht
 Sobald wir wie die Heuschrecken in die „Gaststätten“ einfliegen, kochen sie für uns und sind emsig damit beschäftigt, uns zu behuddeln. Auch der Tee gehört hier zum Leben! Dieser gehört zu jeder Mahlzeit dazu (er reinigt den Magen und fördert die Verdauung) und wird immer in Hülle und Fülle gereicht.

Die Fischverkäuferin unseres Vertrauens
All das sind Eindrücke, die man zwar erzählen kann, aber niemals kann man mit diesen Worten das wiedergeben, was man hier riecht, schmeckt, sieht und fühlt!

Egal was bisher an negativen und positiven Dingen passiert ist – wir freuen uns hier zu sein und unsere Lebenserfahrungen zu vergrößern. Das war mit ein Ziel, diese Reise zu machen. Und wenn die Emotionen mal mit einem durchgehen: WIR WISSEN, DASS ALL DAS DAZU GEHÖRT! TROTZDEM MUSS MAN AUCH DAS NEGATIVE MITTEILEN DÜRFEN. Es ist eben auch eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Alles andere wäre unwahr und verfälscht!

Ein Danke an die, die sich die Mühe machen, uns auf diesem Wege zu begleiten!!!

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