Montag, 30. August 2010

Tag 13 - Besichtigung Kreml von Astrachan und Bootsausflug

Gegen 8.30 h haben wir uns am Bus vor dem Hotel getroffen, um unsere "Stadtbesichtigung" per Bus und zu Fuß anzutreten. Vorher wollten wir noch einige Dinge aus dem Auto holen und mussten leider den ersten Schaden an unserem Porsche feststellen. Man hatte uns über Nacht das Porsche-Emblem mit roher Gewalt von der Motorhaube entfernt und gestohlen, Tiefe Kratzer auf der Haube sind aber Gott sei Dank das einzige Ärgernis. Es hätte auch schlimmer kommen können! 
Porsche ohne Emblem
Alle anderen Autos sind anscheinend verschont geblieben. Bisher waren wir nicht so sehr im Fokus der Russen mit unserem Auto. Je östlicher wir kommen, desto mehr scheint dieses Auto eine Faszination auf die Jugendlichen auszuüben. Ständig ist eine Traube von jungen Männern um dieses Fahrzeug. Wir werden wohl doch mehr auf das Auto achten müssen. Wir haben heute auf eigene Kosten einen Wachposten für den Parkplatz engagiert, damit nicht noch mehr passiert.

Kreml in Astrachan
Nach allgemeiner Beruhigung sind wir dann los. Im Roadbook steht, dass wir eine Stadtrundfahrt in Astrachan machen. Tatsächlich stellte sich aber heraus, dass wir "nur" den Kreml (Kreml steht für Burg oder Festung) von Astrachan besuchen und anschließend mit dem Bus an eine Ablegestelle der Wolga gefahren werden, um dort in kleine Boote zu steigen.
Wilde Pferde am Wolga-Ufer
 Diese sollten uns dann durch das wunderschöne Wolga-Delta
 an einen Ort bringen, an dem dann das Mittagessen serviert wird. Die Fahrt dauerte über 1,5 h und war sehr anstrengend, da es sehr heiß war und keiner wirklich darauf vorbereitet war, Sonnencreme oder gar eine Kopfbedeckung mitzunehmen. Einige haben sich einen Sonnenbrand zugezogen und zu denen gehört natürlich Stephan :-(
Der Platz an dem unsere Mittagspause stattfand, war ein Traum. Absolute Ruhe und wunderschöne Schwäne (so viele haben Stephan und ich noch nie auf einmal gesehen). Wir haben dann lange auf dem Steg gesessen und einfach das Wetter und den Ort genossen. Das hatte sogar etwas romantisches!
Oase der Ruhe
Anschließend sind, außer Stephan und mir, alle zurück zum Hotel. Wir haben uns auf der Strecke absetzen lassen und haben mit der Reiseleitung noch ein paar Erledigungen gemacht. Die Reiseleiterin war so nett ihren Mann anzurufen, der uns dann pünktlich zum Abendessen zurück zum Hotel gebracht hat.
Da Nicole und Johann heute nach Hause fliegen (ich bin dann noch die einzige Frau in dem Männerhaufen!!!), haben wir uns alle noch in der Bar getroffen und gemeinsam Abschied gefeiert.
Nicole und Johann: es war schön, Euch kennenzulernen!!! Johann; Wir sehen uns dann zum get together nach der Reise!
Nicole: Dir alles, alles Liebe für Deine Zeit in Australien! Und nicht vergessen; Email schreiben!!!

Kurz noch eine kleine Geschichte zu Astrachan:
Astachan hat 504.000 Einwohner. Die Stadt ist auch unter den Namen Etil und Itil bekannt. Beide Namen bezeichnen den Fluss an welchem die Stadt liegt: Die Wolga!
Seit dem 6. Jahrhundert war Astrachan ein wichtiger Warenumschlagplatz zwischen Europa und den Anrainern des Kaspischen Meeres. Davon zeugt auch der, heute allerdings weniger gebräuchliche Name Astrachan - das steht für das lockige Fell des Lamms des Karakulschafs, das hauptsächlich an diesem Platz gehandelt wurde.
Seit dem 13.Jahrhundert von Tataren besiedelt war Astrachan lange Zeit Sitz eines tatarischen Khanates, des Khanat Astrachan. 1556 belagert Iwan der Schreckliche die Stadt und brannte sie völlig nieder.
1558 wurde die Stadt an  ihrer jetzigen Stelle, 12 km stromabwärts, neu gegründet.

Wunderschönes Wolga-Delta

Morgen verlassen wir Russland und fahren dann 4 Tage durch Kasachstan.



Sonntag, 29. August 2010

Tag 12 - Route Wolgograd - Astrachan

Die Fakten des Tages:

- Früh um 9.00 h los
- Pause an der Wolga mit Melonen und einem Bad in gar nicht so kaltem Wasser
- sehr gute Straßenverhältnisse, jedoch so wellig, dass die Straße mehr zum Schlafen einlud als manches Hotelbett
- ca. 37°C - gefühlt im Auto 50°C
- ein Auto hatte einen Defekt
- mehrere Polizeikontrollen durchlaufen
- Winkende Menschen (die schon ein wenig anders aussehen...)
- 10 Stunden Fahrt
- anschließend Abendessen im Hotel
- Während ich schreibe, gönnen sich die Männer noch ein Bier
- 2 Übernachtungen in der Stadt

Da Astrachan (zu dieser Stadt schreibe ich morgen mehr, da wir eine Stadtbesichtigung haben und anschließend eine Bootstour auf der Wolga) unser letztes Ziel in Russland ist, möchte ich heute die Gelegenheit nutzen, kurz ein paar Gedanken über Russland festzuhalten, die natürlich absolut subjektiv sind:

Vielleicht erwarten einige, dass ich (wir) immer schreiben: alles ist toll, alles ist schön und alles gefällt uns. Dem ist aber nicht so. Wir haben zumindest für den südlichen Teil von Russland festgestellt, dass wir nicht unbedingt dieses Land als ein Land kennen gelernt haben, welches wir unbedingt noch einmal bereisen möchten. Die Menschen sind in diesem Teil von Russland, zumindest was das Dienstleistungsgewerbe angeht, nicht besónders freundlich und zugänglich. Die Hygiene lässt so stark zu wünschen übrig, dass wir es kaum schaffen, uns hier an einen Ort zu gewöhnen. Und das hat nichts damit zu tun, dass wir nur so kurz an einem Fleck sind. Wir haben durchaus die Möglichkeit, verschiedene Hotels oder Restaurants oder Geschäfte zu besuchen, um uns ein Urteil darüber zu bilden. Die Menschen auf der Straße sind allerdings sehr nett, aber absolut schwer einzuschätzen. Das Leben kann hier in den Großstädten trotz der oft erbärmlichen Lebenssituationen sehr teuer sein. Auch hier spürt man sehr stark das Gefälle zwischen arm und reich. Die Menschen hier haben ihre eigene Sicht auf das "westliche" Leben. Sie lehnen unsere Denkweise über das Leben ab. Sie haben ihre eigene Philosophie. Aus meiner Sicht ist Russland ein Land in dem eine Menge Potenzial schlummert. Der Bevölkerung wird allerdings nicht viel Spielraum gelassen. Das Militär ist hier außerordenlich präsent und die militärischen Rituale haben eine große Bedeutung. Wir spüren hier überall, dass Gewalt ein gutes Mittel zum Zweck ist. In diesem Land findet man an jeder Ecke heroische Denkmäler. Alle sind geprägt von Gewalt und Waffen. Das stimmt nachdenklich und auch ängstlich. Wenn die Generationen damit ständig subjektiv konfrontiert werden, dann werden sie es als normal verstehen, sich mit Gewalt Gehör zu verschaffen.
Dies ist sicherlich ein Thema über das man stundenlang diskutieren sollte. Ein paar Worte in unserem Blog können auch missverstanden werden. Trotzdem sind wir der Meinung, dies kurz erwähnen zu müssen.

Straße nach Astachan (M6)
Landschaftlich ist diese südliche Ecke von sehr viel Steppe geprägt. Über viele, viele Kilometer fährt man durch ein Nichts. Alles ist sehr trocken und (wahrscheinlich) auch landwirtschaftlich nicht zu nutzen. An den Ein- und Ausfahrten der Stadt findet man allerdings viele Ruinen, die darauf schließen lassen, dass hier riesige Firmen mit Öl und Chemie Geschäfte gemacht haben.
Die Autos und Busse sind alt und würden bei uns nur in der Presse landen. Sie stoßen extreme Abgase aus und entsprechend stinkt es auch überall. Hier interessiert keinen Abgasnormen oder Fahrsicherheit.

Wir haben jetzt nach 23.00 h und ich werde mich noch zu den Jungs gesellen... Euch eine gute Nacht und schlaft schön!!!

Samstag, 28. August 2010

Tag 11 - Route Kamensk-Shachtinkiy - Wolgograd

Mit rund 982.000 Einwohnern ist Wolgograd eine russische Großstadt. Sie ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein wichtiges Industriezentrum. Die Stadt wurde 1589 als Festung gegründet, die Russland vor den Nomaden aus dem Süden schützen sollte. Mitte des 19.Jahrhunderts wurde sie bereits zu einem wichtigen Handelszentrum. Im Bürgerkrieg 1917 - 1920 gab es hier erbitterte Kämpfe, denn die Stadt befand sich an der Kreuzung der Transportwege von Lebensmitteln vom Süden des Landes nach Moskau und Petrograd. 1925 wurde sie in Stalingrad umbenannt. Im Rahmen der Entstalinisierung wurde der Name 1961 in Wolgograd umbenannt.

Mutter Heimat
Zu den Hauptsehenswürdigkeiten, an denen wir auch heute waren, zählen die Wolga und die Gedenkstätte der Schlacht von Stalingrad und der Mamajew-Hügel. Die komplette Geschichte würde jetzt meinen Rahmen sprengen, deswegen nur in Kurzform, welchen historischen Hintergrund Wolgograd hat.

Nach unserer Stadt-Tour sind wir dann ins Hotel und hier gibt es gar nichts zu meckern. Die Zimmer sind absolut in Ordnung und die Hygiene ist auch ok!

Die Straßenverhältnisse sind soweit auch gut. Ich konnte sogar auf der Hinfahrt ein wenig schlafen. Dies hatte ich auch bitternötig nach der letzten, fast komplett wach gebliebenen Nacht.

Es ist jetzt 20.35 h bei uns. Durch die beiden Zeitzonen sind wir Euch zwei Stunden voraus. Da es morgen relativ früh (um 9.00 h) weitergeht, wird es wohl keine lange Nacht mit Wodka und Co. geben.

Wir lassen uns überraschen, was uns dann in Astrachan begegnet...

Wir senden mal  liebe Grüße an alle, die unseren Blog lesen!
Die beiden Reisenden :-)

Tag 10

Russland hat eine Fläche von 17.075.400 km² und eine Bevölkerungszahl von knapp 142 Mio. Einwohnern. Russland ist riesig und wir sehen trotz der ca. 1.000 km, die wir durch dieses Land fahren, nur einen Bruchteil. Insgesamt halten wir uns hier 5 Reisetage auf und so wie Rais sagt, sind wir in der tiefsten Provinz. Das sollte sich dann später auch als absolut richtig erweisen .




Nach einigen entspannten Kilometern (Bernd unser Tourenarzt hat meinen Rücken gut versorgt!) sind wir an der ukrainischen Grenze angekommen. Hier dauerte die Abwicklung der Ausreise ca. 1 Stunde.



An der russischen Grenze wurde dann allerdings unsere Geduld auf die Probe gestellt. Stundenlang mussten wir warten und Einreisedokumente ausfüllen, die uns die Grenzbeamten zur Verfügung stellten. Die Vorlagen, die uns Rais und Nicole vorab zur Verfügung gestellt hatten, waren „natürlich“ nicht die richtigen. Nach 4 Versuchen, den Vordruck richtig auszufüllen, haben wir es dann endlich geschafft, ein brummiges „OK“ zu bekommen – mussten dann allerdings unser Auto auf links drehen. Alle Taschen mussten raus. Motor wurde inspiziert und dann endlich nach langem Warten in der Hitze ging es dann weiter. Geld wurde in der Wechselstube, die aus einem blauen Blechcontainer, so groß wie bei uns ein Gäste-WC ist, ziemlich willkürlich gewechselt. Aber wir wollten ja nur einen Tee an der Grenze trinken, um die Wartezeit zu verkürzen. Somit war es nur ein kleiner Betrag, den wir gewechselt haben. Für € 20,00 habe ich 700,00 RUB bekommen.

Auf der Weiterfahrt war dann ein Auto defekt und die Gruppe hat sich dann voneinander getrennt. Wir dachten schon, die Grenzerfahrung wäre für den Tag genug gewesen. Aber es sollte noch schlimmer kommen! Rais organisierte dann ein paar Kilometer vor der Stadt Kamensk-Shachtinskiy eine Begleitung, die uns dann zum Hotel brachte. Die Stadt liegt in Südrussland am Fluss Siwerskiy Donez.
Diese Stadt entstand im Jahre 1671 als Kosakensiedlung, benannt nach dem in der Nähe verlaufenden kleinen Fluss Kamenka. Shachtinskiy ist abgeleiteitet von Shachta = Bergwerk, was auf mehrere nahe gelegene Steinkohlebergwerke zurückzuführen ist.


Unsere Hotelansicht
Das Bad!
Zurück zum Hotel: Eine traurige Fassade, die nicht zum Verweilen einlädt. Das Innere sollte aber das Äußere noch toppen. Ein dunkler Flur, mit einem nicht funktionierenden Fahrstuhl, von den Wänden kommt die Tapete und Löcher in den Wänden sind teilweise so groß wie ein Fußball. Nicht gerade ein freundlicher Eindruck. Wir sind dann mit unserem Gepäck in die 3. Etage hoch und haben dort unsere Zimmer begutachtet. Obwohl wir noch eines der besseren Zimmer hatten, finde ich kaum Worte. Es roch eigenartig, die Betten luden nicht zum Schlafen ein und das Bad… Hoffe, dass man das auf dem Foto erkennen kann. Katastrophal!!!
Das muss man sehen, das kann man nicht erzählen. Mit ein paar Wodka und Schlafsack haben wir dann doch noch ein paar Stunden Schlaf bekommen. Peter hat sogar in seinem Auto übernachtet.
Außerdem wollte Günthers Fahrzeug am frühen Abend nicht anspringen. Da wir sowieso schon die Attraktion in der Stadt waren, hatte sich dies schnell herumgesprochen. Was dann passierte, sieht man auf diesem Foto.

Reparatur am Auto von Profis...


Wir freuen uns auf die nächste Stadt Wolgorad = Stalingrad. Hoffentlich nicht zu früh…


Donnerstag, 26. August 2010

Tag 8 + 9 Route Kiew - Dnepropetrowsk und Lugansk

2Sonnenblumenfeld

Die Fahrt geht immer am Dnepr entlang, der sich an manchen Stellen zu großen Seen ausbreitet. Am Rande der Straße fährt man durch lange Pappel-Allen oder entlang an riesigen, kilometerlangen Sonnenblumenfeldern. Außerdem findet man am Straßenrand Bauern, die ihre Waren anbieten. Wie z. B. Honig, frisches Gemüse oder Kartoffeln. Die Melonen, die man für umgerechnet € 1,00 kaufen kann, schmecken köstlich! Die Kuhchens (kleiner Insider ;-)) werden mit langen Seilen über die Straße geführt.
Dnepropetrowsk ist eine moderne, lebhafte Industriestadt. Einst war Sie eine Festung der Kosaken, die auch von der Verbindung zum schwarzen Meer profitiert hat. Die großen und weitläufigen Parkanlagen, die vorwiegend von Industrie und Handel geprägt sind, verleihen dieser Stadt ein Hauch von Landleben. Die Standards hier sind in keinster Weise mit denen zu verlgeichen, die wir gewohnt sind. Die Sauberkeit und Höflichkeit lässt in öfentlichen Gebäuden sehr zu wünschen übrig. Die Passanten auf der Straße allerdings freuen sich sehr, wenn Sie uns sehen.
Ausblick Hotel Dnepropetrowsk
Leider haben wir auch wieder eine Begegnung mit der Polizei gehabt. Wie sich aber später dann herausstellen sollte, waren diese nur an unserem Porsche interessiert. Nach kurzen Small Talk und viel Gelächter, da wir uns mit keinem Wort verständigen konnten außer "Guten Tag", haben wir den Beamten unsere berühmten Zigarren als Souvenir geschenkt. Sie waren hoch erfreut über dieses Geschenk und wir brauchten kein "Bußgeld" zu zahlen :-)


Beim Tanken stellt man auch immer wieder fest, dass man vorsichtig sein muss. Gerne wird der Sprit hier mit Wasser vermengt.

Die nächste Etappe war dann Lugansk. 376 km - 5 Stunden und 31 Minuten - tatsächlich waren wir aber über 10 Stunden auf der Straße. Die Straßenverhältnisse waren eine Katastrophe für unser Auto. 2 x sind wir aufgesetzt. Es ist aber Gott sei Dank nichts passiert. Für mich waren das gefühlte 1.000 km die ich heute gefahren bin. Die Strecke war sehr anspruchsvoll und äußerst anstrengend. Außerdem meldet sich leider mein "altes Leiden". Mein Bandscheibenvorfall lässt grüßen :-(
Wir haben allerdings einen sehr schönen Zwischenstop an einem See eingelegt und Rais (Reiseleitung) hat Melonen besorgt und diese haben wir bei schönstem Wetter genossen.

Zu Lugansk gibt es noch zu schreiben, dass diese Stadt in der Südost-Ukraine ist und erst im 18.Jahrhundert gegründet wurde. Sie hat 463.000 Einwohner.

Endlich im Hotel angekommen, waren Stephan und ich sehr überrascht, welche "gute" Ausstattung unser Hotel hat. Das Hotel in Dnepropetrowks war eine große Enttäuschung. Hier haben wir in unseren Schlafsäcken übernachtet und uns die morgentliche Dusche gespart.

Wir werden jetzt alle noch unsere Fahrzeuge auf einen bewachten Parkplatz stellen und uns irgendwo auf ein Getränk zusammensetzen.

Frühstücksmarken vom Hotel
Morgen früh geht es dann weiter nach Kamensk-Shachtinskiy, unsere erste Station in Russland. Wir gehen davon aus, dass wir an der Grenze einige Stunden verbringen müssen. Hier geht das Leben etwas langsamer als bei uns...

Es sind aber nur 102 Km zu fahren.

See-Pause



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Dienstag, 24. August 2010

Tag 7 - Stadtbesichtigung Kiew

Höhlenkloster Kijewo-Petscherska Lawra
Kiew ist die Hauptstadt und größte Stadt der Ukraine. Sie liegt am bis hierhin für kleinere Seeschiffe befahrbaren Dnepr und hat 2,7 Mio. Einwohner. Aufgrund ihrer historischen Bedeutung als Mittelpunkt der Kiewer Rus trägt die Stadt oft den Beinamen "Mutter aller russischen Städte". Laut Nestorchronik wurde Kiew von drei Brüdern und einer Schwester gegründet, die auf 3 Anhöhen Dörfer bauten. Sie errichteten eine Festung, die sie nach dem ältesten Bruder benannten. Kiew = Stadt von Kyi. Sehenswürdigkeiten sind z. B. die Sophienkathedrale oder das Höhlenkloster.

...das muss man nicht kommentieren!
Man spürt in den Straßen die langjährige Herrschaft der Kommunisten. Hier sieht man nicht viele westeuropäische Touristen, sondern eher Russen, Polen und Ukrainer, die im eigenen Land Urlaub machen.  Westliche Standards findet man so gut wie gar nicht. Die Hotels sind trotz ihrer 4* sehr einfach gehalten. Englisch wird hier auch nur von wenigen gesprochen. Unsere Reiseleitung hat allerdings in jedem Land einen ortsansässigen Reiseführer gebucht, so dass keine Sprachbarrieren in allen 7 Ländern vorhanden sind. Die Bevölkerung ist sehr freundlich und uns gegenüber aufgeschlossen. Trotzdem haben wir ein wenig das Gefühl, dass die Zeit hier stehen geblieben ist.

Montag, 23. August 2010

Tag 6 - Gut in Kiew angekommen!


Toller Weg ;-)


 Nach einer Fahrt von 542 km - vorgegebene Zeit 7 Stunden + 11 Minuten - sind wir tatsächlich nach 9 Stunden und 45 Minuten gut im Hotel angekommen.

Auf dem Weg ist nicht wirklich viel passiert. Zu berichten ist nur, dass wir einige Schlaglöcher umfahren mussten, da die Strassenverhältnisse teilweise sehr gut sind und teilweise katastrophal. Die Bundesstraßen sind hier stark im Ausbau. Die Straßen werden von den vielen LKW ziemlich beansprucht. Die E40/M06 ist die Hauptverkehrsader zwischen Lemberg und Kiew.

Auf dieser Strecke wimmelt es allerdings von Verkehrspolizei, die die Unwisssenheit der Touristen sehr starkt ausnutzt. Leider hat es auch mich getroffen. Nach einer kurzen Rast auf einer Tankstelle bin ich wieder auf die Bundesstraße gefahren und diese Auffahrt befindet sich in einem Bausstellenbereich für den die Geschwindigkeitsbegrenzung von 50 km/h gilt. Ein paar Meter hinter der Auffahrt haben mich zwei Polizisten herausgewunken und wollten Fahrzeugpapiere und Führerschein sehen. Leider verstehe ich kein ukrainisch und die Polizisten kein englisch. Der Polizist bat mich dann auszusteigen und mitzukommen. Nachdem ich mir mein Foto :-( ansehen durfte und eine Geschwindigkeit von 67 km/h gemessen wurde, wollte der Polizist 1000 UAH haben, dass entspricht etwas mehr als 100,00 €. Als ich ihm mitgeteilt habe, dass ich nicht mehr soviel UAH besitze, wollte er 200,00!!! € haben. Auch hier sagte ich, dass ich diese nicht bei mir habe ;-) - dann ließ er sich auf € 100,00 € herab und ich gab ihm dann letztendlich € 50,00, mit denen er sehr zufrieden schien. Warum, das habe ich dann später erfahren, als wir auf der nächsten Raststätte erfuhren, dass 3 von unserer Truppe geblitzt wurden. Rolf hat 50 UAH (ca. 5,00 €!!!) bezahlt und ein anderer Teilnehmer € 80,00 für nicht wesentlich andere Geschwindigkeiten als die, die ich gefahren bin.

Absolute Willkür - Auf die Möglichkeit der "Verhandlung" hätte meines Erachtens die Reiseleitung hinweisen müssen. Das ein Bußgeld in dieser Form verhandelbar ist, hätten wir alle gerne gewußt. Nun ja, anschließend haben wir uns alle brav an die Beschränkungen gehalten. Und in unserem Roadbook steht:

Die Zöllner sind immer nett und die Polizisten haben immer Recht!

Die Reise war trotz ihrer Länge für uns kurzweilig, da wir ein Hörbuch gehört haben und dabei die Landschaft genießen konnten. 
Flohmarkt



Blick auf Kiew
Am Tag 7 steht die Stadtbesichtigung von Kiew an. Dazu morgen dann mehr...

P.S. Alle Hotels waren entgegen unserer Erwartung absolut in Ordnung. Auch über das Essen kann man nicht meckern... Und das Leben ist aus unser Sicht extrem günstig. Ein 3-Gänge Menü für 4 Personen kostet  inklusive der Softdrinks umgerechnet € 40,00  !

Kreml in Kiew


 Außerdem noch interessant: Die offizielle Seite dieser Rallye wird von Rolf A. O. Schneider, der die Gruppe mit seinem Kamerateam begleitet und einen Film von dieser Tour macht, fast täglich aktualisiert. Alles findet ihr unter: http://www.self-drive-tours.com/
Viel Spaß beim Lesen!!!

Tag 3, 4 und 5

Die Stadtverwaltung in Krakau

...endlich wieder Netzempfang.  Wir sind sehr verwöhnt, was das Internet angeht. Hier kann man nur hoffen, dass es irgendwie klappt :-(

Tag 3 : Von Liegnitz nach Krakau sind wir 345 km gefahren. Polen ist ein freundliches und sauberes Land. In Krakau angekommen, haben wir uns mit Svend-Jörk und Johann durch den Krakauer Berufsverkehr gequält. Wir sind dann viel zu spät im Hotel angekommen, haben aber gehört, dass es die anderen auch nicht pünktlich geschafft haben. Die Streckenzeit war einfach zu knapp bemessen. Im Hotel wurden wir dann vom Krakauer Mercedes-Club mit Brot, Salz und Wodka empfangen. Eine wunderschöne Pagode, die der Besitzer über zwei Jahre perfekt restauriert hat, stand vor der Tür und hat natürlich unser Interesse geweckt.  Alle haben sich dann zum Abendessen in der Krakauer Altstadt verabredet und vorher haben wir noch eine Stadtrundfahrt gemacht. Krakau liegt malerisch an der Weichsel und war schon im frühen Mittelalter bekannt für seine städtische Schönheit. Leider wütete dann Dschingis Khan mit seinen mongolischen Kriegern in dieser Stadt und diese wurde dann nach dieser Epoche wieder vollständig aufgebaut. Da Krakow im 2. Weltkrieg nicht zerstört wurde, bietet sie heute eine fast vollständig erhaltene Innenstadt mit Gebäuden, die von der Romantik bis zum Spätbarock reichen. In Krakau selbst gibt es über 200 Kirchen. Über den großen Marktplatz zu flanieren hat etwas Besonderes. Eine wirklich schöne Stadt, die wir auf jeden Fall mit etwas mehr Zeit noch einmal besuchen möchten. Es war eine lange, feuchtfröhliche Nacht, mit netten Menschen im Restaurant und in einer typischen Krakauer Kneipe. Mit dem Elektroauto, das Peter organisiert hat, sind wir dann zum Hotel. Eine tolle Stadt – wir kommen wieder. Versprochen!

Tag 4 und 5 (Einreise gegen Mittag in die Ukraine):
Die ersten schlechten Straßen in Polen
Um 9.00 Uhr war die übliche Fahrerbesprechung. Nach Lemberg (L’wiw) waren es 319 km, für die wir etwa 5 Stunden eingeplant hatten. Wie sich herausstellen sollte, sollten wir damit lange nicht auskommen. Wir waren anfangs sehr überrascht, dass die Straßen absolut perfekt sind und ohne Probleme die örtliche Geschwindigkeit von 110 km/h auf der A4/E40 gefahren werden konnte. Die Landschaft war von alten Höfen und viel Landwirtschaft geprägt. Auf der Hälfte der Strecke fuhren wir dann in einen kilometerlangen Stau. Svend und Johann, mit denen wir gemeinsam unterwegs waren, fuhren vor und hatten die tolle Idee, doch mal von der Hauptstraße auf eine Nebenstraße zu fahren. Mit unseren Walkie Talkies waren wir aber  immer in Kontakt. Der Mercedes 450 S hat aber ein wesentlich höheres Fahrwerk und der Porsche musste doch das eine oder andere Mal vorsichtig um die riesigen Schlaglöcher navigiert werden. Auf den Nebenstraßen waren die Straßenverhältnisse lange nicht mehr so gut, wie auf den Hauptstraßen. Wir wurden aber, oben angekommen, mit einer traumhaften Sicht der Landschaft absolut entschädigt. Traumhaftes Wetter und alte Höfe mit ihrem bunten Treiben. Einfach schön….

An der Grenze wurden wir bevorzugt behandelt, da doch einige unserer Fahrzeuge das Interesse des Grenzpersonals auf sich gezogen hat. Wir selbst durften nicht fotografieren. Die Grenzbeamten fotografierten sich aber fleißig selbst vor den unterschiedlichen Fahrzeugen. Wir waren eine große Attraktion. Die Freundlichkeit ließ allerdings zu Wünschen übrig. Die Formalitäten waren langwierig.

Wir sind dann im Konvoi die reslichen Kilometer gefahren. Gemeinsam sind wir dann in den Ort eingefahren. Auch hier war das Interesse der Bevölkerung sehr groß. Staundende Passanten überall.

Lemberg liegt am Fluss Poltwa, ca. 80 km von der Grenze zu Polen entfernt. Es ist die wichtigste Stadt der Westukraine. Die Altstadt befindet sich auf der Liste des UNESCO-Weltkulturerbes. Die Altstadt ist von Renaissance, Barock, Klassizismus und Jugendstil geprägt. Hier wird die Fußball-EM 2012 stattfinden.

Nach einer 3stündigen Stadtbegehung und Einkehr in diverse Cafes sind wir dann zurück zum Hotel. Heute Abend werden wir nicht im Hotel unser Essen einnehmen, sondern noch einmal in die Altstadt gehen und ganz traditionell ukrainisch essen. Morgenfrüh um 8.00 h geht es weiter Richtung Kiew!
Oper von Lemberg

Donnerstag, 19. August 2010

2. Tag - angekommen in Liegnitz (Polen) - 345 km

Auf unserer Strecke von Leipzig nach Liegnitz (Legnica) haben wir mehrere Pausen eingelegt.
Die erste Pause war in Dresden. Wunderschöne Prachtbauten wie die Semperoper oder den Zwinger haben wir selbstverständlich fotografiert. Das Wetter hat auch mitgespielt. Es scheint die Sonne!
Wenn Engel reisen :-)!!!
Auf der Weiterfahrt auf der A4/E40 wurden wir dann von einem Transporter mit Lichthupe und wilder
Gestik zum Anhalten auf dem Seitenstreifen gebeten. Wir dachten schon: Zivilpolizei?! Herausgestellt hat sich dann, dass er ein netter Pole ist, der uns nur darauf hinweisen wollte, dass während der Fahrt in ganz Polen 24-Stunden Abblendlicht-Pflicht ist und es teuer werden kann, wenn man sich nicht daran hält. Wir haben uns nett bedankt!!! Im Anschluß haben wir dann die Gedenkstätte in Bautzen besichtigt. Sehr beklemmend und gespenstisch dieses riesíge Gebäude.
Dann haben wir uns leider etwas verfahren, wel wir die falsche Autobahnausfahrt genommen haben. War aber dann nicht ganz so tragisch, da wir nur von der falschen Seite in den Ort gefahren sind. Wir hatten uns am Ortseingang mit der kompletten Truppe verabredet. Nun sind wir alle heil im Hotel angekommen, welches wider Erwarten sehr schön und vor allen Dingen SAUBER ist.
Gleich gibt es noch das gemeinsame Abendessen und eine kleine Stadtbesichtigung. Morgen früh gegen 10.00 h geht es dann Richung Krakau...

Mittwoch, 18. August 2010

1. Tag in Bremen

Nachdem wir gestern Abend gegen 21.00 Uhr im Hotel Hilton, Bremen, angekommen sind, haben wir uns mit den Teilnehmern im Restaurant getroffen und die ersten Kontakte geknüpft. Unsere Katastrophe mit dem SL ist natürlich keinem verborgen geblieben :-(. Das war natürlich ein Thema am Tisch und wir sind sehr erfreut, welche netten Menschen mit uns gemeinsam diese Reise starten!!!
Heute Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, sind wir dann gemeinsam zum Bremer Rathausmarkt gefahren und durften dort mit einer Sondergenehmigung vor dem historischen Rathaus Aufstellung nehmen. Trotz des unbeständigen Wetters waren sehr viele Schaulustige vor Ort und wir konnten erste Ralleyathmosphäre schnuppern.  Stephan und ich wurden von Radio Antenne (Niedersachsen) live interviewed und nach den Grußworten des Bürgermeisters und der Generalkonsulin von China wurde dann die technische Abnahme der Fahrzeuge durchgeführt.
Gegen 13.30 ging es dann gen Leipzig, wo wir vor ca. 15. Minuten eingetroffen sind. Wir haben nun alle Hunger und werden uns gleich zum Abendessen treffen. Morgenfrüh geht es dann nach einer Fahrerbeprechung gegen 10.00 Uhr Richtung Liegnitz (Polen).

Dienstag, 17. August 2010

PUH!

Es kann tatsächlich losgehen! Wir packen jetzt noch ein paar Sachen zusammen und auf gehts.
Der erste Stop ist heute Abend in Bremen. Dort übernachten wir im Hilton und morgen ist großer Empfang
um 10.00 Uhr auf dem Bremer Rathausmarkt mit Grußworten vom Oberbürgermeister Jens Böhrnsen und von der Generalkonsulin der VR China Chen Hongmei. Außerdem ein paar Worte von Liu Guosheng, dem Geschäftsführer von China Tours Hamburg. Um 11.00 Uhr ist dann die technische Abnahme der Fahrzeuge und ab 13.00 Uhr die Vorstellung und Verabschiedung der Teilnehmer. Unser erster Stop wird dann auf der Raststätte Langwedel sein, um dann weiter nach Leipzig zu fahren. Das sind 349 km.

Hat es ja doch noch geklappt. Obwohl ganz anders als geplant... :-(

Es geht loooos....???!!!

Hallo Ihr Lieben!

Nach einem aufregenden Wochenende mit sehr wenig Schlaf, haben wir doch noch am Montag gehofft, unsere Pagode fertigstellen zu können, aber dies ist uns leider NICHT gelungen! Die schlimmste Katastrophe ist eingetroffen und macht auch traurig! Montags um 22.00 Uhr  festzustellen, dass das Auto nicht fahrtüchtig wird, wenn man dienstags losfahren will und muss, bringt natürlich mit sich, dass Panik ausbricht, ob wir diese Reise trotzdem irgendwie antreten können. Aus der Garage, die sich Gott sei Dank im Haus befindet, haben wir ein Rufen gehört ;-) - unser Youngtimer Porsche 911sc (Baujahr 1987 - das freut unsere Porsche-Club-Freunde!) hat sich angeboten, mit uns zu fahren! Nun war unser Organisationstalent und das unseres Reiseveranstalters Chinatours gefragt. Nach beruhigenden Worten von Herrn Flück, dass wir das schon hinbekommen, mit dem anderen Auto fahren zu können, keimte wieder Hoffnung auf. Tatsächlich war es so, dass alle dann Hand in Hand gearbeitet haben und es zur Zeit so aussieht, dass wir doch noch fahren können. Das endgültige "Ja" haben wir aber um diese Uhrzeit (13:38 h) noch nicht! Wir werden sehen...