Dienstag, 7. September 2010

Tag 16 Atyrau - Oporniy

Marie und Porsche in der Wüste
Um 9.30 h ging es weiter Richtung Oporniy. Oporniy ist ein etwas größeres Dorf in der kasachischen Streppe. Im Roadbook steht: das Dorf hat keine Sehenswürdigkeiten, aber es hat eine Tankstelle. Und das trifft den Nagel auf den Kopf. Steppe, Steppe, Steppe so weit das Auge reicht. Dann dieses Dorf mit freilaufenden Kamelen, die in den Straßen herum laufen, wie sonst nur Hunde. Das sieht schon ein wenig merkwürdig aus. Die Straßenverhältnisse sind sehr gut, so dass wir bestens bis Oporniy durchkamen. Wobei ich die erste, echte Berührung mit Wüstensand hatte! An einer Stelle war die Straße aufgrund einer Baustelle gesperrt. Ich musste von der asphaltierten Straße abfahren. Es ging steil nach unten in den Wüstensand. Da wir im Konvoi fuhren, war die Staubaufwirbelung entsprechend. Stephan ist ausgestiegen, um dieses tolle Foto zu schießen.  Kurze Info an die, die sich Sorgen um das Fahrzeug machen :-): es ist alles gut gegangen und mir hat es Spaß gemacht!
Unser Picknick
Heute war die erste Zeltübernachtung geplant. Als wir dann im Hotel ankamen, wo wir eigentlich nur zu Mittag essen wollten (und wir wurden wahrlich fürstlich empfangen) kam die Idee auf, vielleicht doch im Hotel Zimmer zu buchen. Es wurde abgestimmt. Außer Rais, Peter, Günther und mir, wollten alle im Hotel bleiben. Ich war ein wenig enttäuscht, da ich mich doch auf die Zeltübernachtung gefreut hatte. Wir haben dann unsere Zimmer bezogen und Andy hatte in der Zwischenzeit von einem nahegelegenen See erfahren, zu dem Stephan und ich dann zum Baden fahren wollten. Dies stellte sich dann auch als den Platz heraus, wo die 3 campen wollten. Wunderschön gelegen, eine kleine Yacht war dort festgemacht, Tische und Bänke standen dort. Alles da, was das Herz begehrt. Es hat mich dann nicht viel an Überredungskunst gekostet, Stephan doch noch davon zu überzeugen, am See zu schlafen. Er ist dann kurz ins Hotel gefahren, um unsere Sachen zu holen. Ich habe mich ein wenig auf dem Steg gesonnt :-).
Peter ist dann mit Alexander, einem einheimischen Reiseführer, etwas einkaufen gefahren, so dass wir am See picknicken konnten. Rais steuerte, wie immer, eine Wassermelone dazu bei. Es war eine wunderschöne Oase und wir haben uns immer wieder bewusst gemacht, wo wir sind! Es wird wohl wieder viele hundert Kilometer keine solche Wasserstelle mehr zu finden sein. Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, dort zu bleiben. Nachdem sich Peter wieder einmal lieb um alles gekümmert hatte, konnten wir uns an einem gedeckten Tisch mit Brot, Käse, Salami und gekochten Eiern setzen. Selbst die Getränke waren gekühlt!!!
Es war wie eine kleine Familie...
Vor unserer Vesper hatten wir Leonidis kennengelernt.
Leonidis und kasachische Lieder
Er war der Yachtbesitzer. Mit gebrochenem englisch versuchte er, sich uns mitzuteilen und hat uns auf seine Yacht eingeladen. Ein sehr netter Mensch, der viele Geschichten zu erzählen hat, die nicht langweilig wurden. Wir haben ihn dann gebeten, mit uns zu Abend zu essen. Am Tisch gab es dann den ersten Alkohol. Leonidis und Peter tauten sichtlich auf. Marvin uns Lukas hatten mitbekommen, dass doch einige am See sind und haben Rolf überreden können, sie zu uns zu bringen. Also, was wollten wir mehr? Nette Menschen, gutes Essen, gekühlte Getränke und eine Gitarre. Noch während des Essens gab es die ersten Hörproben der musikalischen Talente am Tisch. Zuerst (wie konnte es anders sein ;-)) stand Peter auf den Bänken und überraschte Leonidis mit seinem selbstgebastelten Instrument. Einem Benzinschlauch mit Trichter. Peter schafft es tatsächlich, diesem Schlauch so etwas wie Musik zu entlocken. Leonidis blühte dann so auf, dass er sich die Gitarre griff und kasachische Lieder sang. Es war eine tolle Stimmung, da wir in der Zwischenzeit in der Dämmerung saßen. Nach mehreren Whisky und Wodka schmissen wir dann alle unsere Hemmungen über Bord und saßen kurze Zeit später am Lagerfeuer (wer das wohl gemacht hat :-)...) sangen und tanzten fröhlich und ausgelassen. die Musik war eine Mischung aus Beatles, Pink Floyd, aktuellen Songs und russischen bzw. kasachischen Liedern. Einfach toll!!!
Irgendwann in der Nacht haben wir uns dann auf unsere Isomatten gelegt und in die Schlafsäcke gekuschelt. Wir haben uns gegen den Aufbau unseres Zeltes entschieden, da ständig ein leichter Wind wehte und es immer noch ca. 20 Grad warm war. Über den Tag wird es zur Zeit bis zu 42 Grad und nachts kühlt es dann manchmal bis auf 8 Grad ab. So eingekuschelt haben Stephan und ich noch lange in den Sternenhimmel geschaut. Ein Meer von Sternen. Gigantisch! Da kein anderes Licht den Nachthimmel störte, konnten wir so viele Sterne sehen, wie kaum vorher in unserem Leben. Mit einem Gefühl von tiefer Zufriedenheit sind wir dann eingeschlafen.

Wir wünschen auch Euch eine gute Nacht!!!
Typischer Friedhof

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen