Als wir gegen 7.00 h aus unserem Bett/Zelt gekrabbelt sind, wurde uns mit einem Schlag bewusst, wo wir die Nacht verbracht hatten. Um uns herum karge Landschaft, nicht weit entfernt ein Müllhaufen und überall Schuttberge. Nun ja, das hatte uns, weil wir es in der Dunkelheit am gestrigen Abend nicht mehr erkennen konnten, nicht davon abgehalten, unsere zweite Nacht draußen zu verbringen. Allerdings diesmal im Zelt, welches ruck zuck aufgebaut war.
 |
| Beim Tee |
Die Strecke vor der usbekischen Grenze bis zum Teehaus, welches neben unserem Zeltlager stand, war schon ziemlich anstrengend, was uns aber hier geboten wurde, kann man nicht glauben, wenn man es nicht selbst erlebt hat. Die Straßen waren eigentlich unbefahrbar! Aber irgendwie mussten wir ja mit unserem Auto zum Treffpunkt, kurz vor Nukus, ankommen. Die erste halbe Strecke habe ich mit Teerbergen, Spurrillen, in denen man nicht fahren konnte, sonst rutschte man in die riesigen Löcher, die rechts und links neben den Teerbergen waren, abgekämpft. Absolut unberechenbare Verhältnisse mit Wellen, Steinen, Löchern und manchmal auch Absturzgefahr. Wir haben uns Meter für Meter vorgekämpft. Das erfordert höchste Konzentration, was natürlich darauf zurückzuführen ist, dass der Porsche, wie schon einmal erwähnt, geländeuntauglich ist. Die uns entgegenkommenden Fahrzeuge wirbelten so viel Staub auf, dass Stephan und ich aussahen als hätten wir stundenlang im Sandkasten gespielt. Die zweite Hälfte der Tour hat dann Stephan übernommen. Auch ihm erging es nicht besser. Wir waren aber trotzdem nicht die Letzten, die am Treffpunkt angekommen sind.
.JPG) |
| Typische Strasse |
Peter hatte eine Reifenpanne. Als Rais und Peter dann heil und mit gewechseltem Reifen am Treffpunkt angekommen waren, sind wir sofort ins Hotel. Dort erwartete man uns mit einem leckeren usbekischen Abendessen. Es gab frisches Fladenbrot mit Salat und anschließend eine Fleischpfanne mit Kartoffeln und Gemüse. Melone zum Nachtisch. Unser Zimmer ist so groß, dass 4 Personen Platz darin finden können. Aber wir genießen natürlich den Platz und vor allen Dingen die Dusche. Diese haben wir uns vor dem Essen gegönnt. Duschen kann soooo schön sein!!! Jetzt sitzen wir alle auf der Terrasse.
 |
| Unser Hotel |
Die Männer gönnen sich ein Bier und ich komme meinem Versprechen nach, diese Zeilen zu schreiben. Außerdem hat Rais einen Tankwagen "organisiert", so dass alle ihre Autos vor dem Hotel betanken konnten. Das ist natürlich ein Abenteuer für sich. Es wird wohl nicht spät heute, da wir uns morgen um 8.00 h treffen, um die 200 km schnell hinter uns zu bringen. Die Straßen sollen besser sein?!
Für alle Neider und Besserwisser, damit die Schadenfreude auch bedient wird: Es flossen heute die ersten Tränen bei mir.
 |
| Toilette am Wegesrand |
Vielleicht sollte sich das nicht schreiben, aber das gehört auch dazu. Die Strapazen sind bei allen deutlich zu spüren, auch wenn es keiner zugeben will. Die Hitze, der wenige Schlaf und die Straßenverhältnisse kosten extrem viel Energie. Die Verständigungsschwierigkeiten aufgrund der Sprachbarriere tun ihr übriges. Ohne Reiseleitung macht man hier gar nix. Nirgendwo gibt es wirklich saubere Toiletten oder eine Möglichkeit sich zurück zu ziehen. In der Gruppe geht es eigentlich nett zu, aber es gibt eben viele Kleinigkeiten, die das Leben schwer machen und dann fällt auch mal das eine oder andere Wort, was nicht wirklich böse gemeint wird. Aber das Fell wird dünner. Unter den gegebenen Umständen ist man natürlich empfindlicher als sonst. Aber zur Beruhigung (oder auch nicht): alles wieder gut!!!
 |
| Ein kleiner Strassentiger |
Infos über Nukus:
Nukus ist die Hauptstadt der autonomen Republik Karakalpakstan in Usbekistan mit 230.000 Einwohnern, am rechten Ufer des Amudarja gelegen. Die Industriestadt (vor allem Leichtindustrie) hat eine Universität, eine pädagogische Hochschule und ein Theater.
Nukus ist seit seiner Gründung am 1. April 1932 die Hauptstadt.
Noch in den 1960er Jahren war Nukus eine blühende Stadt im Norden von Usbekistan, eine Oase in der Wüste, gelegen am Aralsee und am Amudarja, der wegen seiner reißenden Strömung den Beinamen "der Tollwütige" trägt. Heute ist der See geschrumpft und aus dem Fluss ist ein Rinnsal geworden. Um ausreichend Wasser für den Baumwollanbau zu bekommen, wird das Wasser in unzählige Kanäle abgeleitet und erreicht den Aralsee nicht mehr.
Usbekistan hat eine Fläche von 447.400 km² - Bevölkerungszahl liegt bei etwa 27,7 Mio. Menschen.
1 € entspricht 2.056 Som (Wenn man hier Geld tauscht, muss man eine Tüte oder Tasche mitbringen. Hier werden Hundertausende in den Handtaschen mit sich getragen. Riesige Bündel von Papier).
Diese Region wird auch Zentralasien genannt. Es ist jener Teil des Kontinents, der in seiner langen Geschichte wiederholt Sammelbecken oder auch Durchgangsstation für die verschiedensten Völker, Stämme und Nationen war, die entlang der alten Karawanenstraße - der großen Seidenstraße - von Osten nach Westen oder vom Mittelmeer in das Land der Mitte zogen. Im Osten stehen die steil aufragenden Berge des Pamir, im Westen findet man die salzverkrusteten Ufer des kaspischen Meeres und im Norden die endlosen Steppen Südsibiriens.
Die politische Lage ist ein Thema für sich. Darüber gibt es viele, viele Bücher. Deswegen erspare ich mir, in dieses Thema einzusteigen. Das wäre einfach zu komplex.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen