Die letzte, lange Etappe von 460 km liegt hinter uns. Auch hier war die Fahrt anstrengend, aber im Vergleich zu manch anderen Straßen fast entspannt. Wir waren knapp 10 Stunden unterwegs. Aber wir haben 2 volle Tage zur Verfügung und 3 Nächte. Das Hotel hat fast einen westlichen Standard. Leider hat Stephan sich eine Magen-Darm-Verstimmung zugezogen. Mit den entsprechenden Medikamenten, die wir von unseren Freunden mit auf den Weg bekommen haben (liebe Grüße an Ina und Ludwig!!!), geht es ihm einigermaßen gut. Zur Zeit sind Stephan und Jürgen damit beschäftigt, das Auto - vorrangig den Motor - von Staub und Dreck zu befreien. Der Porsche schlägt sich tapfer durch die Wildnis. Alles prima soweit. Es quietscht und rappelt an der einen oder anderen Stelle, aber unsere Diagnose lautet: ungefährlich! Auch bei allen anderen Fahrzeugen halten sich die Reparaturen in Grenzen. Immer wieder ist das Thema Benzin auf dem Tisch. Es ist sehr schwer, an gutes Benzin zu kommen. So wie es aussieht, geht das nur über den Schwarzmarkt. Das lassen sich die ansässigen Jungs, die das organisieren, auch gut bezahlen. Aber zum Vergleich zu unseren Preisen, sind diese absolut moderat. Ansonsten haben wir den heutigen Tag ganz entspannt vergehen lassen. Da es Stephan nicht so gut geht, haben wir die Stadtbesichtigung ausfallen lassen und werden auf eigene Faust losgehen. Wenn es zur späteren Stunde etwas abgekühlt hat, gehen wir auf den Basar. Viele unserer Mitreisenden haben bereits eine Menge Geschenke für die Lieben zu Hause gekauft. Ein einschneidendes Erlebnis war heute der Gang zur Bank. Es ging zu wie auf dem Viehmarkt. Es hat 1,5 Stunden gedauert, an Geld zu kommen. Ich wollte 500 USD haben und wurde angestarrt, als wenn ich die Bank ausrauben wollte. Das ist hier ein Jahresgehalt! Nach zig Prüfungen und mehreren Unterschriften habe ich dann das Geld bekommen. Dieses habe ich dann in die hiesige Währung getauscht. 360.000 Som habe ich bekommen für 200 USD. Der Stapel ist fast 20 Zentimeter hoch. Die Welt ist kurios...
Die Stadt hat 235.000 Einwohner und ist ein Dreh- und Angelpunkt für die Handels- und Industriezentren Zentralasiens. Sehenswert sind die städtischen Museen. In der Nähe der Stadt befindet sich die größte Zuchtanstalt für die Karakulschafe des Landes.
Überall gibt es überdachte Basare, in denen noch heute die schönsten Stoffe und Teppiche verkauft werden. Am Abend erleben wir heute eine Folklorevorstellung.
Der nächste Tag steht uns dann für die Vorbereitung auf die nächste Etappe zur Verfügung. Die nächste Stadt ist Samarkand. Samarkand gehört zu den ältesten Städten der Welt. Dazu dann aber später mehr!
1.500 Fotos haben wir schon gemacht. Das spiegelt wieder, wie viele interessante und fremde Eindrücke auf uns einwirken. Es wird Stunden dauern, daraus später ein schönes Album zu machen. Aber ich freue mich sehr darauf, das zu tun, dann werden alle Erinnerungen noch einmal wach. Dazu helfen selbstverständlich auch die Zeilen im Reisetagebuch.
Lisa! Ich vermisse dich ganz, ganz doll!!!! Liebe Grüße Mama
Hey Marie grüss dich herzlich und versuche dich etwas zu trösten. Denk doch mal : Viele Meschen haben über Jahrhunderte gesehen, auf dieser Handelstrasse ihr ganzes Hab und Gut Ihr Ansehen und ihren Lebenswillen verloren. Das war bei den vielen Kriegszügen in diesen Regionen normales Leben. Sicher auch kein Honiglecken. Was du an Tränen da lässt, braucht die Erde zum Leben. Es könnten aber auch Freudentränen sein, ob der vielen Eindrücken denen du machtlos ausgesetzt bist.. Ich hoffe du bleibst mit deinem Tagebuch auf dem Kurs auch wenn es schwer fällt. Die Leser, auch wenn es nur wenige sind werden es dir danken, da bin ich mir ganz sicher... Ganz liebe Grüsse Toni
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