Dienstag, 28. September 2010

Tag 42 Dunhuang – Jiayuguan (Übergang am Westende der Chinesischen Mauer)

 Jiayuguan oder Jiayu-Pass (Pass zum gepriesenen Tal) ist der erste Übergang am Westende der Chinesischen Mauer in der Nähe der Stadt. Zusammen mit Juyongguan und Shanhaiguan ist er einer der wichtigsten Übergänge der großen Mauer.
Der Pass liegt am engsten Punkt des Hexi-Korridors. Das Bauwerk liegt zwischen zwei Hügeln, einer davon trägt den Namen Jiayuguan-Hügel.  
schöner Kitsch

Jiayuguan besteht aus drei Verteidigungslinien: Einer inneren und einer äußeren Stadt sowie einem Graben. Das Passbauwerk ist trapezförmig, es besitzt einen Umfang von etwa 740 m und eine Fläche von mehr als 33.500 km². Die Höhe der Umgebungsmauer beträgt 11 Meter. In der Mauer sind zwei Tore und jeder Ecke der Mauer ist ein Türmchen aufgesetzt.
Erbaut wurde das Bauwerk im das Jahr 1372 in der frühen Ming-Dynastie. Die Festung wurde zwischen 1488 und 1506 sowie nach 1539 wesentlich ausgebaut und verstärkt, um das Reich gegen eine Invasion durch die Krieger Timurs zu schützen.

Die verspielten Jungs Rolf und Roland

Nach einer nicht anstrengenden Fahrt (es waren fast nur Autobahnkilometer) sind wir gerade im 5*Hotel angekommen, welches wir für die Zeltübernachtung getauscht haben. Ein tolles Hotel und schöne, saubere Zimmer. Susanna ist heute zu uns gestoßen. Nun sind wir 3 Frauen im Team. Das lockert die Gruppe schon ein wenig auf. Curdin hat sich sehr auf seine Frau gefreut!

Vor gut vier Stunden sind wir auf der chinesischen Mauer gelaufen!!! Mein persönliches Highlight der Reise (…bis jetzt)! Das war extrem beeindruckend und anstrengend. Ich bin bis zum oberen Turm gelaufen bzw. die Treppen hinaufgestiegen. Mit ein Grund diese Reise zu machen war, diese Stufen erklimmen zu wollen. Dieses Gefühl war fantastisch! Das wird für immer unvergesslich bleiben!
Ein Teil der chinesischen Mauer

 
Es war überwätigend! Grüße an den PCW!

Leider ist uns auf dem Parkplatz erneut unser Porsche-Emblem von der Haube gestohlen worden und die Radnaben ebenso. Svend hat aber über Dieter, der am Donnerstag zu uns kommt, ein neues besorgen lassen. Ohne dieses Emblem hat der Porsche kein Gesicht und das wäre schade für die Einfahrt auf die Expo! 
Wer hätte sich das vorstellen können? Ein Meilenstein!!!


Außerdem werden wir morgen nicht mit nach Yongchang fahren. Jan muss am Donnerstag ziemlich früh am Flughafen sein. Somit haben Svend, Jan und wir beschlossen, morgen direkt nach Lanzhou durchzufahren. Dort erwartet uns das Legend-Hotel und wir freuen uns, wenn wir endlich mal ein wenig ausspannen können. Die anderen haben eine Nacht in Yongchang in einem Guesthouse und kommen dadurch einen Tag später nach Lanzhou.


kleine Pagode

Noch eine kleine Legende:
Sie erzählt von der Planung, die zur Errichtung der Passanlage nötig war. Demnach wurde der Baumeister der Anlage vom verantwortlichen Offizier gefragt, wie viele Steine denn nun für den Bau  gebraucht würden und er nannte ihm die genaue Zahl. Der Offizier bezweifelte seine Antwort und stellte ihm die Frage, ob dies wirklich genug Steine seien. Daraufhin fügte der
Baumeister einen Ziegel hinzu. Als die Bauarbeiten beendet waren, blieb ein Ziegel übrig, der lose auf eines der Torgebäude gelegt wurde, wo er sich noch heute befindet.

Tag 41 Dunhuang


Wow – Was für ein Tag. Super schönes Wetter und ein Highlight jagt das andere. Dunhuang ist eine alte Oasenstadt an der Seidenstraße in der Provinz Gansu im Westen Chinas.
Dunhuang liegt am Westende des Hexi-Korridors inmitten von Wüstengebieten. Die Höhe beträgt 1.100 m. Unweit der Stadt Richtung Westen teilt sich die Seidenstraße in ihren nördlichen und südlichen Zweig zur Umgehung der Wüste Taklamakan. Aufgrund ihrer Lage spielte diese Stadt eine wichtige Rolle im Kultur- und Warenaustausch mit dem Westen. So breitete sich auch der Buddhismus ausgehend von Dunhuang in China aus.  
Diese Bilder sprechen für sich...


Der Mondsichelsee
Heute waren wir am Mondsichelsee und haben die weltberühmten Mogao-Grotten besucht (ich muss gestehen, ich habe vorher noch nichts davon gehört L). Der Mondsichelsee ist ein halbförmiger See in einer 5 km südöstlich der Stadt gelegenen Oase, die von Dünen umgeben ist. Unmittelbar am See befinden sich auch die Grotten, die für ihre Malereien und Funde alter buddhistischer Handschriften berühmt sind.
Wandmalerei in den Magao Grotten

Die Grotten sind nach der Oase Mogao benannt, die ca. 25 km vom Stadtzentrum entfernt ist. Die Funde und Schriften befinden sich im Besitz des Britischen Museums in London. 1943 wurde die Dunhuang-Akademie gegründet, um die Höhlen zu schützen und systematisch zu konservieren.
Im Museum


 
Hat der Chinese doch gut getroffen ;-)
Es war einmalig, diese wunderschönen, sehr gut erhaltenen Grotten mit ihrer Wandmalerei zu sehen. Aber die Dünen, in der weichen Farbe der Sonne, waren ein Traum. Stephan und ich haben uns Ultraleicht-Flugzeuge gemietet und sind über die Dünen und den See geflogen. Es war sehr , sehr schön!
Diese Bilder sprechen für sich...


Ein toller Tag geht mit einem guten Essen zu Ende. 
Stephan mit dem örtlichen Fernsehen
Stephan musste eine Runde an alle ausgeben, da er bei der 2. Rallyeprüfung (Slalomfahren) den 1. Platz gemacht hatte und beim örtlichen TV ein  Interview geben musste.

Tag 40 Hami – Dunhuang

Nach gestriger Diskussion, dass befürchtet wird, dass unser Porsche die Strecke nach Dunhuang nicht selbständig bewältigen kann aufgrund der schlechten Straßen, haben wir uns entschlossen, die Fahrt früher anzutreten als die anderen. Peter hat uns netterweise angeboten uns zu begleiten, damit wir in einer Notsituation nicht allein sind. Guosheng hat uns Yuan noch mit auf den Weg gegeben, da dieser chinesisch und deutsch spricht.
Die Straßen waren wirklich sehr schlecht. 
In der Baustelle
Wir fühlten uns nach Kasachstan zurückversetzt. Doch im Schritttempo ging es die ca. 130 km langsam vorwärts. Die alte Seidenstraße befindet sich im Ausbau und ist eine Monster-Baustelle. Es fahren hunderte LKW’s dort auf dieser Route. Das ist für einen Kleinwagen nicht ganz ungefährlich, da man diese LKW nicht mit unseren vergleichen kann. Diese Fahrzeuge sind bis zu 14 m lang und ich weiß nicht wie hoch. In Deutschland wäre es gar nicht erlaubt, so einen LKW auf die Straße zu lassen. Mitunter begegnen uns Tieflader für Neuwagen. Es befinden sich dann 24 Fahrzeuge auf dem LKW!


Dies ist nur ein "kleiner" Ausschnitt...
Die Baustellen sind aber nicht so, wie wir das aus Europa kennen. Es gibt keine Baustellenschilder und wenn mal irgendwo abgefahren werden muss, dann muss man raten wohin es geht. Die alte Seidenstraße hat tiefe Löcher und ist wellig wie ein Wellblech. Teile der Straße ist sehr grober Schotter und es liegen ziemliche Brocken auf der Straße. Die LKW versperren die Sicht und es ist zudem extrem staubig.
ABER!!!!!!!!!!!!!!!! Unser 911er hat alles gut überstanden. Keine Blessuren! Also, Fahrer und Auto: GUT GEMACHT!

...der Straßenverhältnisse

Insgesamt war die Route 411 km und wir haben 7 Stunden gebraucht. 
Der dürfte in Deutschland sicher nicht fahren


Von den anderen haben wir gehört, dass irgendein Fahrzeug einen Schaden hat. Wir wissen aber noch nichts genaues….

P.S. Unser Hotel ist prima!

Sonntag, 26. September 2010

Tag 38 Turpan – Shan Shan

Nach Shan Shan war die Fahrt wieder sehr anstrengend. 3 Besichtigungen an einem Tag finden wir einfach zu viel. Das ist Sightseeing am Fließband. Wir haben eine alte Stadt besucht, einen Tempel und ein Dorf (welches sogar für den Einlass Geld haben wollte – wir haben uns dieses dann nur aus der Entfernung angeschaut).

Waschtag

Ich weiß nicht genau woran es liegt, aber unser Reiseleitungsteam scheint mir nicht wirklich gut informiert zu sein. Die Straßenverhältnisse nach Shan Shan waren teilweise wieder so schlecht, dass wir uns geweigert haben, weiter zu fahren. Wir wollen mit dem Porsche kein Risiko mehr eingehen! Wir sind froh, dass wir so weit gekommen sind ohne nennenswerte Probleme! Wir waren so sauer, dass wir Guosheng gebeten haben, uns zur Autobahn zu bringen, damit wir direkt nach Hami durchfahren können, um im Hotel zu übernachten. Hami  ist sowieso unser nächstes Ziel. Guosheng hatte in der Zwischenzeit einen Zeltlagerplatz ausfindig gemacht, den die einen ziemlich schrecklich fanden und die anderen „traumhaft“. Wir haben uns kein eigenes Bild gemacht. Wir wollten unbedingt ins Hotel. Das Zelten haben wir uns anders vorgestellt als so, wie es uns angeboten wird. Wir sind dann auch mit 7 weiteren Personen ins Hotel (allerdings in Shan Shan – Hami wäre ca. 350 km entfernt gewesen) gebracht worden.
Solche Ausblicke entschädigen!
Die Entscheidung sollte sich für uns als richtig erweisen. Wir sind mit Svend, Jan, Kalli, Helmut und Bernhard in die echte, eigene Welt der Chinesen eingetaucht. Wir haben mit den Einheimischen zusammen in einem „Biergarten“ gesessen. Wir wurden sehr freundlich aufgenommen und fühlten uns dort sehr wohl. Essen mussten wir nichts mehr, da wir vorher im Hotel gegessen hatten. Yuan (Reisebegleitung) hat sich bis zum Ende des Abendessens sehr lieb um uns gekümmert.. Anschließend haben Stephan und ich dann noch auf ein Getränk bei Svend und Jan vorbeigeschaut. Der Abend wurde dann länger als geplant ;-).

Tag 39 Shan Shan –Hami

 
Tian-Shan Gebirge
Kumul ist ein Regierungsbezirk im Gebiet Xinjian. Seine Hauptstadt, die kreisfreie Stadt Kumul (Hami) ist eine Oase. In ganz China ist Hami vor allem für seine Melonen bekannt.
Einige Teile des Gebietes liegen etwa bis 150 m unter dem Meeresspiegel. Das Gebirge des östlichen Tian-Shan erhebt sich in der Gruppe des Quarlik Taghs bis über 4.900 m. Es gibt extreme Temperaturschwankungen, von 43 Grad im Sommer bis -32 Grad im Winter.
Auf Uigurisch heißt der Ort Kumul. Während der Yuan Dynastie wurde der mongolische Name Qamil als Hämili ins Chinesische traskribiert und seit der Ming-Dynastie ist Kumul als Hami bekannt.

Eigentlich stellen wir fest, dass die Städte sich extrem ähneln. Die Einfahrt in die Stadt ist immer sehr schmuddelig. Die Müllbeseitigung scheint hier nicht wichtig. Ich habe auch im Reiseführer gelesen, dass China mit zu den größten Umweltverschmutzern der Welt gehört. Wenn ich das hier so sehe, wundert mich das gar nicht. Die Menschen schmeißen auch gerne ihren Müll aus ihren Autos und/oder einfach auf die Straße. Dementsprechend riecht es an dem einen oder anderen Ort sehr gewöhnungsbedürftig. Gleichgültigkeit wo man hinschaut…
                         

Ach, ist das ne' schöne Autobahn
Hier in China gibt es ein sehr gutes Autobahnnetz (in den letzten Jahren sind mehr als 30.000! km Autobahn gebaut worden). Die Fahrt hierher führte durch Steppe und Berge. Die Strecke ist einmalig schön. Etwas bizarr, manchmal staubig und trocken und doch ab und zu mal ein Büschel grün. Die Berge selbst leuchten mal in einem hellen Rot oder sind Schwarz wie die Nacht. Das ist für unsere Augen sehr ungewöhnlich. Aber sehr, sehr schön anzusehen.

Die Autobahnstrecken befinden sich in der Ausbauphase. Daher wird der Verkehr oft auf eine Seite gelenkt und dann ist die Autobahn nur noch einspurig befahrbar mit Gegenverkehr. Leider ist die Beschilderung extrem mager, wenn die Autos dann wieder auf die andere Seite müssen, damit der Verkehr wieder 4spurig fließen kann. Es sind uns heute 4!!! Geisterfahrer entgegen gekommen. Eine Situation war für uns wirklich brenzlig und wie wir gehört haben auch eine für Peter! Das ist wirklich eine Schrecksekunde, wenn einem ein Fahrzeug bei hoher Geschwindigkeit entgegen kommt und man nicht damit rechnet. Einem Fahrer konnte ich noch rechtzeitig mitteilen, dass er im Begriff ist, auf die falsche Seite zu fahren. Mensch, Mensch, Mensch, das braucht keiner nach über 9.000 km, die wir sehr sicher hinter uns gebracht haben. Wir müssen jetzt vorsichtiger werden. Wenn die anderen nicht aufpassen, dann tun wir es für sie mit ;-) 
Päuschen mit Svend und Jan


Wir haben die Möglichkeit bekommen, heute einige Besichtigungen machen zu können. Alle haben es aber vorgezogen, einen freien Nachmittag zu haben.

Eine kleine, nette Geschichte hab ich noch: Die kleinen Kinder haben hier lange Baumwollhosen an (keine Unterwäsche!), die hinten am Popo einen langen Schlitz hat. Das heißt der Popo ist immer blank, damit die Kleinen ohne großen Aufwand direkt dort ihr Geschäft machen können, wo sie gerade sind. Nicht appetitlich, sieht aber niedlich aus, die kleinen Kinderpopos J J J.

Tag 37 Urumqi - Turpan

Heute sind wir von Urumqi nach Turpan gefahren. Als ersten Besichtigungspunkt haben wir in  Karaz eine Stätte besucht, in der man die Kanalisation besichtigen konnte. Diese Form der unterirdischen Bewässerung ist mehr als 1.000 Jahre alt. Es werden kleine Tunnel gegraben und diese mit Steinen befestigt, damit das Wasser durchfließen kann, aber nicht versickert. Diese Kanalisation befindet sich komplett unter dem Dorf und versorgt die Bewohner noch heute mit Wasser, welches aus den Bergen kommt.

Kanalisation

Ruinenstadt
Anschließend sind wir in eine Ruinenstadt gefahren. Diese verlassene Stadt hatte eine solche Atmosphäre, dass man sich gut vorstellen kann, wie die Menschen hier gelebt haben. Leider hatten wir zu wenig Zeit, um das Ganze richtig aufnehmen zu können, da wir noch in die „Traubenberge“ fahren wollten. In Grapetown angekommen, waren wir sehr überrascht. Schroffe, kahle Berge. Kein Hauch von Grün. Doch an den Füßen der Berge eröffnete sich eine Oase. Weintrauben-Anbau soweit das Auge reicht. 
Verkauf von vielen Sorten Rosinen
 Diese werden dann in den Trockenhäusern aufgehängt und getrocknet. Viele verschiedene Rosinenarten kann man käuflich erwerben. Beeindruckend waren getrocknete Tomaten, die man hier auch anpflanzt und trocknet. Ganz anders als wir Tomaten kennen. Lutz gab mir eine Tomate und ließ mich raten, was ich da wohl so gerade esse. Ich habe getippt auf Aprikose oder Pfirsich. Leider: komplett daneben. Die Tomaten waren sehr süß und schmecken für unseren Gaumen (zumindest für meinen) eher wie Fruchtbonbons J. 

Immer diese Touri's :-)


Größte Windkraftanlage der Welt
Das Wetter ist toll. Das Klima wunderbar auszuhalten, obwohl das Thermometer bis Mitte 30 Grad krabbelt. Nachts wird es angenehm kühl.


Am Abend gab es dann leider nach dem Abendessen eine Diskussion über die Beträge, die wir hier „so nebenbei“ leisten müssen. Da sammelt sich ganz schön was an! Ergebnis: Bevor eine Stadtbesichtigung oder ein Museumsbesuch ansteht, werden wir IM VORFELD über die Preise informiert. Außerdem wurde über die anstehende Zeltnacht abgestimmt. Guosheng hat mit seinen Argumenten fast alle davon überzeugen können, zu zelten. Lassen wir uns mal überraschen…


Chili-Schoten trocknen auf der Straße
Nach dem Essen sind wir dann noch an die Bar, um noch ein wenig über dies und das zu plaudern. Dabei haben wir mitbekommen, dass draußen vor dem Hotel ein kleiner See ist und dort gefeiert wird. Diese Feier gehört wohl noch zum Mondfest. Wir sind dann zum See und wen treffen wir??? Die halbe Mannschaft. Wir haben uns dann noch auf ein Gläschen dazu gesetzt und es war dann noch sehr lustig. Um 24.00 Uhr gingen dann auf einmal die Lichter aus und wir saßen fast im Dunkeln. Nun gut, Nachtruhe tut auch gut – also sind wir dann alle schlafen gegangen.

Donnerstag, 23. September 2010

Tag 36 Stadtbesichtigung Urumqi

 
Urumqi
Urumqi ist die Hauptstadt des Uigurischen Autonomen Gebietes Xinjiang. Als bezirksfreie Stadt hat Urumqi ein Verwaltungsgebiet von 14.216,3 km² und ca. 2,7 Mio. Einwohner.
Urumqi ist mit 2.000 km die am weitesten vom Meer entfernte Großstadt der Welt und ist nur  knapp 300 km von eurasischen Unzugänglichkeitspol entfernt. Sie liegt am Nordfuß des Tian Shan-Gebirges. Ebenso hat sich mit dem größten Windpark in China die Windenergie in dieser Region etabliert. Die Eisenbahnlinie Peking-Almaty (Kasachstan) führt durch die Stadt.
Das Xinjiang Provinzmuseum wird auch gerne Seidenstraßenmuseum genannt, da sich hier viele bedeutende Funde aus der Blütezeit des Handels entlang der Seidenstraße befinden. Besonders beeindruckend ist die Sammlung an gut erhaltenen Mumien, die man in der Taklamakan Wüste (den Namen kann man frei so übersetzen: Du kommst rein, aber nicht wieder raus-Wüste) gefunden hat und die z. T. mehr als 2.000 Jahre alt sind.

Blick aus dem halb geöffneten Hotelfenster

Im Rahmen dieser Stadtbesichtigung haben einige von uns das Museum und den Hong Shan mit seinen zahlreichen Tempeln besucht. Von dort hat man einen weiten Blick auf die Stadt und die Berge. Wir haben es vorgezogen, zu Fuß die Stadt zu erkunden und sind dabei mit viel „echtem China“ konfrontiert worden. Ich kann mich nur immer wieder wiederholen. Die Art hier mit Lebensmitteln umzugehen hat nichts, aber auch gar nichts mit dem zu tun, wie wir es handhaben. Kein Wunder, dass wir verwöhnten Europäer hier Durchfall bekommen.
Lutz, Rolf, Stephan und ich haben uns in der Fußgängerzone eine Pediküre gegönnt mit anschließender Fußmassage. Ich wusste nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Der nette junge Mann hat genau die Stellen getroffen, die durch Mark und Bein gehen. Wir haben aber nochmals heute die Möglichkeit, eine traditionelle Massage zu bekommen. Das lassen wir uns nicht entgehen!


Rallyeprüfung
Am Nachmittag findet um 16.30 h unsere erste Rallyeveranstaltung statt. Svend hat etwas organisiert. Diese Aktion ist auf dem Hotelparkplatz geplant. Anschließend fahren wir mit dem Bus auswärts essen, weil heute  Mondfest ist in China. Vergleichbar mit Weihnachten bei uns. Die Familien kommen an diesem Tag zusammen und feiern miteinander.
Die, die weit weg sind von zu Hause haben die Auflage, traurig zu sein ;-).

Morgen steht eine erneute Routenänderung an. Wir ziehen weiter Richtung Süden.

Es verbleiben noch 14 Rallyetage und für uns 3 Tage Shanghai!

Dienstag, 21. September 2010

Tag 35 – Himmelssee – Urumqi


Großstadt Urumqi










Hier werden Granatäpfel zu Saft verarbeitet
 Nach einer fast schlaflosen Nacht, weil es in den Jurten bitterkalt war, sind wir nach Urumqi aufgebrochen. Die Fahrt hierher war ohne Probleme machbar, da Autobahn und nur 100 km entfernt.
Angekommen in der riesigen Stadt mussten wir uns erst einmal durch den Verkehr wühlen. Die Autofahrer hier fahren extrem draufgängerisch. Aus 3 Spuren werden 4 oder wenn es die Breite der Straße zulässt auch mehr. Das ist ziemlich anstrengend. Der Porsche macht ein paar undefinierbare Geräusche  am Kupplungspedal. Soll aber wohl nichts dramatisches sein. Wir fahren erst einmal so weiter. In Xian soll es eine Porsche Werkstatt geben. Wir versuche
Sicht vom See auf die Berge
n, bis dahin durchzuhalten. Das ist aber erst in 10 Tagen.
Heute am frühen Nachmittag sind wir im hiesigen Einkaufszentrum gewesen. War aber nicht so toll. Ist eine Shopping Mall, wie man sie überall auf der Welt findet. Die Preise sind für die Chinesen recht teuer, aber für uns ganz normal.
Anschließend haben wir uns alle in der Hotellobby getroffen, um zu einem offiziellen Empfang zu fahren. Der Verkehrsminister wollte uns persönlich begrüßen. Der Empfang war wie in den vorherigen Städten auch sehr 
Die Jurten
herzlich, aber kurz. Die Fahrt dorthin hat über eine Stunde gedauert. Nicht, weil der Weg so weit ist, sondern weil wir uns wieder durch den Verkehr quälen mussten. Das Fenster lässt man am besten verschlossen, akute Vergiftungsgefahr. Aber es sollte noch schlimmer kommen…
Auf dem Rückweg sind wir im abendlichen Berufsverkehr gelandet. Ein Gesch
Der Himmelssee
iebe und ein Gedränge. Es war fast unmöglich, unseren Konvoi zusammenzuhalten. Da die Chinesen alle ohne Rücksicht auf Verlust
Unser Empfang in Urumqi
e fahren, ist ihnen anscheinend auch ihr Auto egal. Das ist bei uns natürlich ganz und gar nicht der Fall. Wir wollen alle heil in Shanghai ankommen und unsere Fahrzeuge wohlbehalten nach Hause zurückholen.
Die Nerven lagen bei einigen blank!
Diese Anspannung entlud sich dann auf dem Parkplatz bei Ankunft im Hotel. Diesmal hat die Strecke 1,5 Stunden gedauert.

Wir gehen jetzt nicht mit zum gemeinsamen Abendessen. Wir hatten mal Lust auf Fastfood. Wir haben noch fast 3 Wochen die Möglichkeit, chinesisch zu essen! Wir kulinarischen Banausen haben uns einen Burger und Pommes gegönnt.

Was wir bis jetzt von der Stadt gesehen haben, lässt darauf schließen, dass diese Stadt alles hat, was eine Großstadt so mit sich bringt. Große, prachtvolle Bankgebäude, schöne Regierungsgebäude, aber auch alte, fast ruinöse Wohnsilos. Urumqi hat auch eine Altstadt mit einem schönen Basar. Morgen soll es eine Stadtrundfahrt geben, die noch einmal zur Altstadt führt. Diese werden wir nicht begleiten, da wir keine Lust haben, uns wieder durch diesen Verkehr zu wühlen. Wir sind lang genug auf den Straßen. Es gibt sicherlich eine Möglichkeit unser nahes Umfeld zu Fuß zu erkunden.

Tag 34 – Zeltlager in Jurten am Heavenly Lake




Heute Morgen sind wir zum Zeltlager aufgebrochen. Wir wollen am Himmelssee in Jurten übernachten. Nach ca. 4 Stunden sind wir hier angekommen. Es ist lange nicht so romantisch, wie ich es mir vorgestellt habe. Der untere Teil des Sees ist eine richtige Touristenattraktion. Eine Menge Menschen laufen hier rum. Vorwiegend aber wohl Chinesen oder Menschen aus angrenzenden Ländern, denn auch hier sind wir die Exoten.

Der Heavenly Lake

  



Kasachische Nomaden

Auf d em Weg haben wir kasachische Nomaden „besucht“. Diese leben hier im Frühjahr und im Sommer in ihren Jurten mit ihren Kindern und ihrem Vieh. Die Kühe haben ein dickes, warmes, lockiges Fell. Ungewöhnlich für unsere Augen. Das sind Steiff-Tiere, die leben! Die Kinder sind am Anfang sehr zurückhaltend. Nach kurzer Zeit tauen sie aber auf. Diese Lebensform ist für uns unvorstellbar. Wir dur







So wird in den Jurten gekocht
ften aber die Jurten auch von innen sehen. Es wurde uns sofort Tee mit S 
Ein lebendes Steiftier
tutenmilch und Brot angeboten. Wir halten uns aber sehr zurück was das Essen unter diesen Bedingungen angeht. Unsere Mägen sind das nicht gewohnt. Einige von uns haben auch schon seit Tagen Montezuma’s Rache. Das ist hier nicht angenehm, da, wie schon oft erwähnt, die hygienischen Zustä
Tee mit Stutenmilch :-(
nde den Besuch des Wc’s nicht immer zulassen. Hier auf dem Zeltplatz ist gar keine Möglichkeit. Es gibt nur Toiletten ca. 1 km unter unserem Platz. Das hört sich wenig an, aber wenn der Darm schreit…..
Die Jurten sind recht groß und auch beheizbar. Trotzdem laden sie mich nicht zum Verweilen ein. Diese Unterkünfte werden für ca. 8 € pro Nase vermietet und es passen bis zu 10 Personen hinein. Dann wird es aber verdammt eng. Wir werden uns heute mit Günther und Renate eine Jurte teilen.
Zum Nachmittag gab es frisch geschlachtetes Lamm. Alle hatten ihre Freude daran. Ich konnte kaum zusehen, da ich kein Lamm esse, wie das Lamm vor unseren Augen ausgenommen und zerkleinert wurde. Anschließend wurden Spieße daraus gemacht und gegrillt. Für mich gab es leider nur Brot und Tee. Aber am Abend soll es Kartoffeln und Gemüse geben. Ich hab schon 2 kg abgenommen 
Die Jurten von innen
 L.
Der See ist wunderschön und wir haben Sicht auf ein schönes Bergmassiv. Leider ist es nur sehr kalt. Ich habe einen Pullover, eine Strickjacke und eine Regenjacke übereinander gezogen und wir wärmen uns alle mit Tee.
 
So wird hier Brot gebacken (sehr lecker!!!)

Leider ist auf der gestrigen Tour, die wir ja zwischendurch abgebrochen haben, doch mit Kallis Auto etwas passiert. Anscheinend ist wieder etwas mit der Hydraulik. Genaue Diagnose kann ich nicht stellen, da Kalli und Jürgen im Ort geblieben sind, um das Auto reparieren zu lassen. Das ist schon ärgerlich!

Marvin und Lukas werden heute Abend ein wenig Gitarre sp 
Suchbild :-)
ielen und vielleicht gibt es ein Lagerfeuer. Alkohol scheint in Hülle und Fülle da zu sein. Dann wird uns wenigstens warm.

Morgen sind wir dann in Urumqi. Einer großen Stadt! Dort erwartet uns das Hotel World Plaza.

Tag 32 Route Yining – Sailim See – Routenänderung Kuitun


 Wir haben wieder die Route etwas geändert. Das Wetter ist einfach zu schlecht, um zu zelten. Wir werden den Sailim See zwar passieren, aber nicht dort bleiben. Der nächste Stopp ist Kuitun. 
So sehen hier die meisten Straßen aus
Bevor wir aber weiter fahren konnten, mussten wir noch an einem vorab besprochen Platz unsere Autos „durch den Zoll“ bringen. Eine junge Frau, die überhaupt keine Ahnung von unseren Fahrzeugen hatte, musste den Wert der Autos festlegen, um sicherzustellen, dass die Fahrzeuge die eingeführt werden auch wieder „nach Hause“ zurückgebracht werden. Ansonsten würde eine enorm hohe Steuer anfallen. Wie das organisatorisch gelingen soll, das hinterfragen wir nicht. Jeder hat hier so seine Aufgabe. Ob es immer Sinn macht, liegt sicherlich im Auge des Betrachters.
 
Ab auf den Tieflader
Die Fahrt über den Pass zum See, der der größte (458 km²) und am höchsten gelegene Bergsee (2.070 m) in Xinjiang ist, war sehr abenteuerlich. Unser Auto haben wir auf einen Tieflader aufgeladen, weil die Strecke für den Porsche absolut nicht passierbar ist. Auf der Strecke von ca. 50 km befindet sich eine riesige Baustelle mit Brückenbau und neu zu bauender Straße. Die Löcher auf dem Weg und die Steine die dort liegen, waren selbst für den Tieflader eine Herausforderung. Wir wollten kein Risiko eingehen und es stellte sich heraus, dass es die richtige Entscheidung gewesen ist. Wir hätten die ganze Mannschaft aufgehalten. Die anderen hatten auch ihre Probleme, sind aber mit leichten Blessuren davon gekommen. Alle haben heil den See erreicht. Lustig war auch, dass wir einmal kurz am Berg anhalten mussten, da uns ein LKW entgegen kam und unser Fahrer wieder im 1. Gang anfahren musste. Beim Schalten hörten wir auf einmal ein komisches Geräusch und der Fahrer hatte den Schalthebel in der Hand!!! Dieser war abgebrochen… Und nun? Mit kaum geeignetem Werkzeug hat er dann versucht, die Schaltung manuell vorzunehmen. Der Arme hat sich die Hand blutig geschaltet. Aber dann konnten wir im 2. Gang den Berg weiter hinauf krabbeln. Der Fahrer bat uns dann, die Augen zu schließen – wir haben uns gewundert und gefragt was nun passiert. Als wir verstanden hatten was er wollte, fuhren wir durch eine Kurve und vor uns öffnete sich die Sicht auf den See! Fantastisch!!! Es war wunderschön dort oben. Fürs Zelten eigentlich ideal, aber leider, leider viel zu kalt!
 
Blick aus dem Hotelzimmer

Eigene Nudelherstellung
Wir sind dann ins Hotel gefahren und dort war alles auch soweit ok! Das Essen war lange nicht so gut wie am Vorabend in der „Baumschule“, aber genießbar. Leider kann ich von dieser Abenteuer-Tour keine Fotos senden, werde diese aber auf jeden Fall, sobald wie möglich nachreichen.