...ich bedanke mich bei allen Menschen, die dieses Tagebuch gelesen haben. Ich habe viel positive Resonanz darauf erhalten, die mich ermuntert hat, weiter zu schreiben. Es war nicht immer einfach einen Ort zu finden, an dem man die Möglichkeit hatte online zu gehen.
Danke Toni für deine aufbauenden, ehrlichen und emotionalen Kommentare (auch per SMS) und auch ein Danke an den Rest der Welt ( z. B. Australien, Südafrika, Österreich, Schweiz)!
Es war schön zu wissen, dass ihr uns auf diesem Wege begleitet habt!
Viele Grüße
Eure
Marie
Abenteuer auf 4 Rädern - DER WEG IST DAS ZIEL Von Bremen nach Shanghai entlang der legendären Seidenstraße - 15.000 km - 56 Tage - 14 Fahrzeuge - 7 Länder - 1 ZIEL!
Mittwoch, 13. Oktober 2010
Tag 56 - Flug und Ankunft
Früh um 6.00 h raus aus den Federn, ab ins Flugzeug. Die Aufregung war groß. Flug wie immer - unspektakulär.
Angekommen (wir sind über Helsinki geflogen), wartete meine Tochter Lisa mit ihrem Freund Moritz und meiner Freundin Anke mit einem Willkommensschild und Blumen auf uns. Ich hatte schon so etwas geahnt...
Lisa und ich fielen uns weinend in die Arme. Meine Güte, wie sehr man einen Menschen vermissen kann!!!
Anbei noch ein paar Fotos, die Lisa für unsere Heimkehr gebastelt hat. Das war sehr lieb und toll gemacht.
Danke Maus!!!






Angekommen (wir sind über Helsinki geflogen), wartete meine Tochter Lisa mit ihrem Freund Moritz und meiner Freundin Anke mit einem Willkommensschild und Blumen auf uns. Ich hatte schon so etwas geahnt...
| Willkommensgruß |
Lisa und ich fielen uns weinend in die Arme. Meine Güte, wie sehr man einen Menschen vermissen kann!!!
| Ein Teil meiner Lieben |
Danke Maus!!!
Noch ein paar Gedanken:
Grenzerfahrungen!
Was sind das für Erfahrungen?
Sind das Erfahrungen, die man mit sich selbst und dem Partner macht oder mit einer Gruppe?
Ist es bei einer solchen Reise die Einzigartigkeit der Teilnehmer? Die Teamfähigkeit? Toleranz und Akzeptanz? Der Ursprungsgedanke oder das Ziel?
Wir haben die unterschiedlichsten Länder bereist, viele Kilometer sind uns lange gedanklich nachgelaufen, da es schwierig war, sie zu überwinden…
Die Menschen, die Gerüche, das Klima, die kulturellen Unterschiede, die unterschiedliche Sicht auf das Leben, die Landschaft...
Es war für uns nicht einfach: ein kleines Auto, in dem wir Stunde um Stunde zusammen waren, jeden Tag in eine Umgebung, die nicht fremder hätte sein können. Doch wir haben alles mit Bravour gemeinsam gemeistert!
Menschen, denen man noch nie vorher im Leben begegnet ist, begleiteten uns Tag für Tag. Diese Menschen erlebt man pur, z. B. wenn sie nicht ausgeschlafen sind, hungrig sind, oder mal maulig und schlecht drauf sind.
Aber auch, wenn sie genießen, schweigen, weil irgendetwas beeindruckend oder wunderschön ist, fröhlich und glücklich sind.
Wir sind stolz auf uns, ohne eine einzige Katastrophe haben wir den Weg gemeistert und nie das Ziel aus den Augen verloren, auch wenn es nicht immer einfach war.
Wir sind stolz auf uns, ohne eine einzige Katastrophe haben wir den Weg gemeistert und nie das Ziel aus den Augen verloren, auch wenn es nicht immer einfach war.
Wir sind sicherlich in den vielen Wochen alle zusammengewachsen. Mit dem einen mehr mit dem anderen weniger. Aber wir haben eine tolle, lustige und auch ernste Zeit miteinander verbracht. Unterm Strich waren wir eine homogene Truppe, die ich mir nicht anders gewünscht hätte. Die Vielfältigkeit der Personen (und auch Fahrzeuge) hatte manchmal etwas brisantes aber man konnte sicher sein, es wird schnell wieder „alles gut“ sein.
Wir haben es uns nie übel genommen, wenn mal der eine oder andere einen anderen Weg am Tage gehen wollte. Jeder hat sich mal eine Auszeit gegönnt und das war auch gut so!
Stephan und ich können auf jeden Fall sagen, dass wir sehr, sehr stolz darauf sind, diese Reise gemeinsam gemacht zu haben und wir können sagen, dass hat uns näher zusammen gebracht.
Wir sind dankbar für diese "Grenzerfahrungen" und dankbar, diese tollen Menschen (Svend, Johann, Jan, Dietmar, Dieter, Jürgen, Peter, Eric, Helmut, Roland, Kalli, Bernd, Bernhard, Lutz, Günther, Renate, Günther, Rolf, Marvin, Lukas, Curdin, Susanna, Frank, Klaus - und Brita, Moni, Marlene, Marlis, - und Nicol, Andi, Guosheng) kennengelernt zu haben!!!
Wir sind gemeinsam reicher geworden!
Tag 55 Verschiffung
Vom Frühstück gestärkt ging es zum Hafen, um die Fahrzeuge "im Stich zu lassen", d. h. für die Verschiffung alle Formalitäten vorzubereiten und auf den entsprechenden Parkplatz zu stellen. Alles ging seinen gewohnten langsamen Lauf.... Am Ende hatten wir fast alle das Gefühl, etwas sehr wertvolles zurück zu lassen und fast ein schlechtes Gewissen, den treuen Begleiter einfach dort stehen zu lassen. Aber irgendwie muss das Auto ja nach Hause und zurück fahren, dazu hatte wohl keiner große Lust ;-).
Am Abend gab es dann das Abschiedsbankett. Das Restaurant ist 1930 erbaut worden und hatte eine entsprechende Atmosphäre. Sehr schön im alten Kolonialstil. Es gab freie Getränke und die Stimmung war sehr gelöst, da der Druck von allen abgefallen war und die Freude auf zu Hause sehr groß.
Am Abend gab es dann das Abschiedsbankett. Das Restaurant ist 1930 erbaut worden und hatte eine entsprechende Atmosphäre. Sehr schön im alten Kolonialstil. Es gab freie Getränke und die Stimmung war sehr gelöst, da der Druck von allen abgefallen war und die Freude auf zu Hause sehr groß.
| Gewinner der Ming Vase :-) unser Lutz! |
Wir hatten von der Bürgermeisterin in Pingdingshan eine chinesische Vase als Erinnerung geschenkt bekommen. Da diese nicht in 23 Teile geteilt werden konnte, haben wir eine amerikanische Versteigerung gemacht, mit dem Ziel, ein Kinderheim in der Geburtstadt unseres Veranstalters Guosheng zu beglücken. Es ist auch ein beachtlicher Betrag zustande gekommen neben dem Effekt, dass die Versteigerung sehr viel Spaß gemacht hat. And the winner is: Lutz! Herzlichen Glückwunsch... (Du kommst aber nicht drumherum, Dein Versprechen einlösen zu müssen, alle auf einen Kaffee einzuladen, um zu schauen, wo das gute Stück steht!).
| Die Verleihung des Rallye Preises |
Auch der Sieger der Rallye-Prüfungen sollte nicht zu kurz kommen. Svend hat sehr nett und sehr lustig die einzelnen Teams vorgestellt und die Platzierungen bekanntgegeben. Wir sind auf Platz 4 gelandet.
Ja, wie sollte es anders sein? Den Abend haben wir dann in einer fast kompletten Runde an der Hotelbar ausklingen lassen. Wir haben vieles Revue passieren lassen und eines hat sich wie ein roter Faden durch die Gespräche gezogen:
Es war manchmal schwer, chaotisch, langweilig, dramatisch, traurig
aber auch...
lustig, toll, einmalig, sensationell, bereichernd!
Fazit ist: Keiner von uns würde genau diese Reise wieder machen, obwohl wir für unser Leben gelernt und erfahren haben, aber auf jeden Fall ein neues Abendteuer auf 4 Rädern wagen! Einige Ziele sind schon definiert...
| Der Porsche im Hafen von Shanghai |
Wir sind froh und glücklich, es getan und geschafft zu haben!
Sonntag, 10. Oktober 2010
Tag 53 - II
So, nun bin ich in der Lage mehr zu unserem großen Tag, nämlich unserem Zieleinlauf, zu berichten:
| Die Freude ist groß |
Es fing damit an, dass wir lange ausgeschlafen haben. Ich habe Stephan noch Medikamente gegeben, damit er den Tag besser übersteht. Es wäre ein Drama gewesen, wenn er krankheitsbedingt das alles nicht hätte genießen können. Aber es hat geklappt.
Nach der Rallyeprüfung sind alle mit zur Stadtrundfahrt gefahren und haben noch die Aufmerksamkeit von Wu’xi’s Prominenz genießen können. Zum Abschluss gab es tatsächlich die versprochenen Bilder in Form eines digitalen Bilderrahmens, eine sehr nette Idee. Diesen haben uns Curdin uns Susanna später dann an der Maut, unseren Treffpunkt mit der Gruppe, überreicht.
Die Einfahrt in Shanghai stellte sich als schwierig heraus. Aber das wussten wir alle vorher… Es ist halt eine Stadt mit knapp 20 Mio. Einwohnern inkl. der Vororte. Shanghai ist eine Hafenstadt und die bedeutendste Industriestadt Chinas.
| Willkommensbanner |
In Shanghai liegt mit über 21 Millionen TEU pro Jahr der drittgrößte Containerhafen der Welt. Nach Gesamtumschlag ist der Hafen mit 537 Mio. Tonnen Waren im Jahre 2006 sogar der größte. Die Stadt ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und ein bedeutendes Kultur- und Bildungszentrum mit zahlreichen Universitäten, Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Theatern und Museen.
| ZIELEINLAUF!!! |
Im Hotel angekommen erwartete uns der Vizebürgermeister von Bremen, da der Bürgermeister selbst unter ziemlichen Termindruck stand durch die Expo. Ihn werden wir aber morgen, wenn wir den Bremer-Pavillon besuchen, treffen. Es war ein toller Empfang mit chinesischen Drachentänzern und Sekt. Auch die Presse war mal wieder vor Ort. Trotzdem war es nicht der Empfang, der uns versprochen wurde. Aber sei’s drum, was soll das ganze Tamtam. Wir haben es schlussendlich geschafft…
| Das komplette Team |
Der Zieleinlauf war für uns hochemotional. Es war ein sehr gutes Gefühl gesund hier anzukommen. Und es ist auch schön, dass der Porsche „gesund“ in Shanghai angekommen ist.
Nach dem Abendessen sind wir dann noch per Bus quer durch Shanghai im Lichtermeer zum Abendessen gefahren. Anschließend noch in die Altstadt zum shoppen. In der Hotelbar haben wir noch lange mit Lukas, Marvin, Dieter und Svend philosophiert und unseren Emotionen freien Lauf gelassen.
Morgen geht es auf die Expo!!!
P. S. in der Hoffnung, dass es „dran“ bleibt, haben wir zum Zieleinlauf unserem Porsche sein Gesicht wiedergegeben. Das Emblem ist wieder auf der Haube!!! Danke nochmals an Dieter!!!
Tag 54 Besichtigung Expo
Gemeinsam sind wir heute Morgen mit dem Bus zur Expo. Die Einfahrt mit dem Auto auf das Expogelände hat „natürlich“ nicht geklappt. Schade! Wir haben nach einem chaotischen Start, eine Stunde am Eingang stehen, weil die Eintrittskarten nicht vorhanden waren, mit einigen beschlossen, nicht zum Empfang in den Bremer-Pavillon zu gehen, da es unter den Teilnehmern einige gab, die mitbekommen hatten, dass dort kein Empfang für uns vorbereitet war. Die Gründe will ich hier nicht weiter erläutern. Sehr schade, es wäre ein schöner Abschluss gewesen…
Gemeinsam sind wir heute Morgen mit dem Bus zur Expo. Die Einfahrt mit dem Auto auf das Expogelände hat „natürlich“ nicht geklappt. Schade! Wir haben nach einem chaotischen Start, eine Stunde am Eingang stehen, weil die Eintrittskarten nicht vorhanden waren, mit einigen beschlossen, nicht zum Empfang in den Bremer-Pavillon zu gehen, da es unter den Teilnehmern einige gab, die mitbekommen hatten, dass dort kein Empfang für uns vorbereitet war. Die Gründe will ich hier nicht weiter erläutern. Sehr schade, es wäre ein schöner Abschluss gewesen…
| Grüße an den Porsche Club: "Wir sind angekommen!" |
Daher mehr über die Expo:
Die Weltausstellung Expo 2010 findet vom 1. Mai bis 31. Oktober unter dem Motto „Eine bessere Stadt, ein besseres Leben“ statt. Es nehmen 242 Aussteller teil, davon 192 Nationen und 50 internationale Organisationen.
| Expopavillon "China" |
Das Expogelände ist 5,28 Quadratkilometer groß und liegt beiderseits des Flusses Huangpu.
Der deutsche Pavillon befindet sich in der europäischen Zone des Geländes. Die Verantwortung für das Projekt trägt die Kölnmesse International. Das Motto ist „Balancy – Stadt im Gleichgewicht“. Die Gesamtkosten des Projekts wurden mit 50 Mio. € veranschlagt.
Wir fanden den deutschen Pavillon als sehr klischeehaft. Aber da gehen die Meinungen sicherlich auseinander…
| Expopavillon "Germany" |
Den Afrika-Pavillon haben wir auch besucht. Wie gewohnt sehr farbenprächtig mit vielen musikalischen Darbietungen. Toll!!!
Jetzt gibt es eine Massage und anschließend fahren wir zum Bund, um den Tag ausklingen zu lassen.
Morgen ist Verschiffung der Fahrzeuge.
| Freunde aus Schwelm mit uns auf der Expo |
Mit dem Tag 55 werde ich das das Reisetagebuch schließen. Die Bilder werde ich selbstverständlich, wie versprochen, nachreichen!
Am 56 Tag geht es nach Hause!!! Wir freuen uns sehr…
| Flaniermeile "Bund" |
| Shanghai bei Nacht |
Tag 52 Nanjing – Wu’xi
Heute Morgen gingen, wie schon erwartet, die 150 km problemlos über die Bühne. In Wu’xi (wird U-schi J ausgesprochen) wurden wir wieder mit Polizeieskorte zum Empfang in eine Parkanlage gebracht.
Ein wunderschöner Ort, um eine solche Zeremonie zu erleben. Viele Menschen säumten die Wege und das Wetter spielte wie immer mit. Wir haben seit sage und schreibe 52 Tagen keinen Regen mehr gesehen – wer mich kennt weiß, dass das ganz in meinem Sinne ist J. Eine riesige Bühne war aufgebaut und mit Trommelwirbel und vielen, vielen Fotografen wurden wir freudig begrüßt. Die ranghohen Beamten hießen uns willkommen und unser Replica-Günther bedankte sich im Auftrag unseres Teams für den netten Empfang.
| Mautstelle Wu'xi |
| Polizeieskorte bring uns zum Empfangsort |
| Beim Empfangin Wu'xi |
Anschließend waren wir zum Essen eingeladen und danach sind wir mit einer alten Dschunke auf dem hiesigen, sehr schönen See geschippert, um ein wenig Seeluft zu schnuppern. Diesen kann man sogar aus unserem Hotelzimmer sehen. Wir wohnen mit Blick auf das Wasser.
Nach unserer „Seefahrt“ sind wir spazieren gegangen und haben den Park besichtigt. Mit dabei waren immer eine Horde Chinesen, die uns wild fotografierten. Heute Nacht sollen diese Fotos auf eine CD gebrannt werden und morgen sollen wir diese als Geschenk erhalten.
Bin mal gespannt… Da sind bestimmt ein paar schöne Fotos dabei!
| Der Kaiserkanal |
| Dschunkenfahrt |
Danach zurück zum Hotel. Und, als wenn das nicht alles anstrengend genug gewesen wäre, wurden wir erneut zum Abendessen eingeladen und vorher war noch eine Fahrt in kleinen Booten auf dem hiesigen Kaiserkanal im Programm. Muss man sich so vorstellen wie Venedig. War ganz nett… Und immer die Polizei im Schlepptau!
Nach dem Essen (das in dieser Region so gar nicht unser Ding ist: Schildkröten (inklusive Füße), Suppe von und mit ganzen Hühnern (d. h. Füße inkl. Krallen, Kopf und eben alles, was ein Huhn sonst so hat), Taubeneier, Entenzungen, Fische paniert inkl. Kopf etc.) sind wir dann von einem Museum ins nächste… Für unseren Geschmack zu viel des Guten. Wir waren müde und wollten einfach nur mal das schöne Hotel genießen! Aber Fehlanzeige – die Tage sind immer komplett durchgestylt.
| Bankett |
Die Aufmerksamkeit, die wir hier erhalten, ist gigantisch. Wir werden behandelt, als wären wir prominent. Das werden wir wohl so in unserem Leben auf keiner Reise mehr erleben. Das ist schon sehr beeindruckend. Die Menschen hier reißen sich für uns ein Bein aus. Sie wollen alle nur das Beste für uns. Das ist manchmal anstrengend, aber trotzdem liebenswert! Auch wenn dieser Dank niemanden von den vielen Helferlein erreicht, trotzdem einmal festgehalten: DANKE für die großen und kleinen Gesten!
Gerade im Hotel (21.30 h) angekommen erfahren wir, dass morgen nach der letzten Rallye-Prüfung um 8.30 h, eine Stadtrundfahrt angedacht ist. Da Stephan sich erkältet hat und nicht ganz auf der Höhe ist, werden wir erst einmal ausschlafen. Wir haben uns für diese Prüfung abgemeldet (herzlichen Glückwunsch zum Sieg Wagen 1!). Die Stadtrundfahrt finden wir auch nicht so spannend. Wir werden somit mittags vom Hotel abgeholt und zur Mautstelle gebracht, wo wir dann die anderen treffen, um die letzten Kilometer dieser Reise zu fahren.
Wir freuen uns riesig auf die Zieleinfahrt morgen. Es erwartet uns wieder ein großer Empfang. Diesmal ist es der Bürgermeister aus Bremen, wo wir ja gestartet sind und weitere hohe Persönlichkeiten. Aber ich will nicht zu viel vorweg nehmen.
Ich berichte dann von unseren Erlebnissen! Wir können es kaum glauben – MORGEN SIND WIR AM ZIEL - IN SHANGHAI!
Ich habe vergessen, über einen wunderschönen Abend in Nanjing zu berichten:
Curdin und Susanna haben uns am Abend in Nanjing „entführt“. Susanna mit ihrer Spürnase für „edel und fein“ hat das Hotel Intercontinental bei einem Spaziergang ausfindig gemacht.
Beim Abendessen haben sie Renate, Günther und uns zu Wein und Käse in die Lounge eingeladen.
Es war ein fantastischer Abend. Im 78! Stock über Nanjing zu schauen war sehr spektakulär. Von oben sieht die Welt immer schön und gewaltig aus J.
Wir haben einen Lehman Merlot getrunken und eine Käseplatte mit Obst genossen. In diesem Moment wurde uns bewusst, wie sehr wir ein gutes Stück Käse vermisst haben. Denn diesen und auch mein heißgeliebtes Nutella gibt es hier normalerweise nicht.
Mit dem Glas Wein vor dem Kamin sitzend, haben wir geplaudert. Die Umgebung war modern eingerichtet und hatte viel dunkles Holz und sehr gemütlich wurde es durch ein warmes Licht in den Räumlichkeiten. Ein riesiges Weindepot lud zum Verweilen ein und obwohl ich nicht auf die Toilette musste, bin ich dennoch gegangen, da sie extrem luxuriös war und das Wasser am Waschtisch beleuchtet war und wie ein Wasserfall aus der Wand kam. Ja, ich weiß ;-) – ich bin verwöhnt. Aber es war angenehm, mal nicht darauf achten zu müssen, wohin man greift oder wo man einigermaßen ordentlich sitzen kann.
Danke an Susanna und Curdin für den wundervollen Abend. Wir haben ihn sehr genossen! Und ganz nebenbei erfahre ich mehr über euch!!!
Donnerstag, 7. Oktober 2010
Tag 51 Bengbu – Nanjing
| Alt und Neu |
Der Wunsch in ein besseres Hotel zu kommen als in Bengbu, hat sich Gott sei Dank bestätigt. Wir sind bereits in Nanjing (es ist 12.35 h). Nanjing ist eine Großstadt mit 5,4 Mio. Einwohnern. Nanjing ist hinter Shanghai die zweitgrößte Stadt in Ostchina.
Nanjing gehört zudem zu den ältesten Städten Chinas. Der Legende nach hat Fu Chai, der Herrscher von Wu, bereits 495 v. Chr. eine Stadt namens Yecheng erbaut, auf dem Gebiet des heutigen Nanjing.
1912 stieg Nanjing untere dem Regime Sun Yat-sens ein zweites Mal zur Hauptstadt auf und noch heute befindet sich sein Mausoleum in den Purpurbergen im Osten der Stadt.
Nach der Machtergreifung der Kommunisten 1949 und der damit verbundenen Erhebung Pekings zur Hauptstadt der Volksrepublik, sank Nanjing auf den Status einer Provinzhauptstadt herab.
Stephan und ich werden heute Nachmittag im Hotel bleiben und nicht am Sightseeing-Programm teilnehmen. Eventuell ein wenig durch die Straßen bummeln, da wir sehr müde sind. Die Reise hinterlässt doch so ihre Spuren. Aber nun geht es mit großen Schritten Richtung Endspurt. Morgen steht Wu’xi auf der Liste. Das sind ca. 150 km von Nanjng bis Wu’xi. (was sind schon 150 km !!! ) und dann noch 70 (!!!) km bis Shanghai J. Keine Gewähr für diese Angaben, da wieder eine Routenänderung stattgefunden hat, die wir im Detail noch nicht erfragt haben.
| Blick aus dem Hotelzimmer |
Also, heute mal kein so spannender Bericht, aber es sollen einmal die Polizisten hier gesondert erwähnt werden J. Keine Kontrollen am Straßenrand, keine Bestechung nötig, kein Machtgehabe, keine Arroganz!
Dafür: Winken, wenn wir zu schnell an ihnen vorbei fahren, ein nettes Lächeln, wenn wir sie rechts auf der Autobahn überholen und freundliches Salutieren, wenn wir in der Stadt Slalom um die chinesischen Fahrzeuge fahren! Das verdient mal ein Lob! Macht wirklich Freude, eine so nette Polizei zu erleben!!!
Tag 50 Pingdingshan – Bengbu
| Der Schoßhund in China |
Die Autobahnfahrt von über 420 km war heute aber recht einfach für mich. Da die Autobahn, die von privaten Investoren gebaut wird Mautgebühren kostet, hält sich der Verkehr hier noch in Grenzen.
Trotzdem haben wir bis nach Bengbu 9 Stunden gebraucht. Sicherlich auch, weil Svend eine erneute Rallyeprüfung mit dem Team gemacht hat. Wir mussten eine Distanz in einer bestimmten Geschwindigkeit fahren (Gleichmäßigkeitslauf – für die Insider ;-)). Ich glaube, ich hab das ganz gut hinbekommen J.
Hier ist es, wie in jeder Stadt die wir bisher gesehen haben, sehr laut und hektisch.
Aber man gewöhnt sich auch daran! Es leben hier ca. 3,5 Mio. Einwohner und die Stadt liegt ca. 1.000 km südlich von Peking. Bengbu ist an der Bahnlinie von Guangzhou nach Peking und ist von Shanghai aus in ca. 5 Stunden zu erreichen.
| Ausblick aus dem Hotelzimmer |
Die Innenstadt ist geprägt von den Gegensätzen der alten chinesischen Lebensart, die wir hautnah auf unserem kurzen Abstecher auf die Landstraße erleben durften und moderner Einflüsse.
| Familienfest auf der Straße |
Wir sind immer wieder erstaunt, wie viel hier gebaut wird. Hochhäuser, die hunderte von Wohnungen in sich bergen und Retortenstädte, die oft noch gespenstisch unbewohnt sind. Wenn alle diese Menschen vom Land in die Stadt ziehen müssen, dann verlieren sie den Bezug zum ursprünglichen China. Sicherlich bring diese Umsiedelung aber auch Chancen für Menschen, die sich verändern und lernen wollen.
Es ist so gigantisch viel im Umbruch hier, dass es schon fast Angst macht. Man kann nur hoffen, dass die Chinesen sich nicht aufgrund ihrer Geschwindigkeit verzetteln. Ich werde diese Entwicklung auch von zu Hause aus beobachten. Jetzt haben wir sicherlich einen anderen Blick für die Nachrichten aus diesem Land.
Gleich geht es noch zum Abendessen und anschließend ins Bett, damit wir morgen früh ausgeruht unsere Etappe nach Nanjing antreten können.
Dienstag, 5. Oktober 2010
Tag 49 Luoyang – Pingdingshan
Ich weiß gar nicht, wie ich noch ohne Polizeibegleitung durch unsere Städte zu Hause fahren soll ;-) . In Pingdingshan an der Mautstelle angekommen, wurden wir vom hiesigen Fernsehteam in Empfang genommen und die Polizei hatte sich auch schon positioniert. Die Straßen und Kreuzungen waren komplett für uns gesperrt worden!
Polizisten säumten ca. 12 km lang die Straße und jede Kreuzung war für die anderen Verkehrsteilnehmer so lange gesperrt, bis wir durchgefahren waren. Viele Menschen standen am Straßenrand und beobachteten das Treiben und winkten uns zu. Das war schon ein komisches Gefühl. Die Autofahrer mussten an den Ampeln, egal ob rot oder grün stehen bleiben und uns vorbeilassen, da wir z. T. auch im Gegenverkehr im Konvoi unterwegs waren. Jetzt wissen wir wie sich ein Politiker fühlt, wenn er so durch eine Stadt geleitet wird. Bei uns in Deutschland wäre das für eine „Reisegruppe“ undenkbar und hier macht man es mit großer Freude und Stolz. Verrückte Welt!!!
| Pngdingshan |
Heute Mittag im Shaolin Kloster war ich etwas enttäuscht. Auch hier hat der Kommerz Einzug gehalten. Menschenmassen wohin das Auge schaut. Ein Verkaufsstand neben dem anderen. Die Klosteranlage selbst ist sehr schön gelegen und im Inneren der Anlage gibt es auch wunderschöne Pagoden. Aber aus meiner Sicht, ist vom eigentlichen Leben der Mönche hier nichts mehr zu spüren. Schade, wir hatten uns mehr davon versprochen.
| Shaolin Mönche |
Unser erstes Ziel allerdings heute Morgen waren die Long Man-Grotten. Auch hier Touristen soweit man schauen konnte. Es sind halt zur Zeit die Nationalfeiertage und das bedeutet für die Chinesen: Urlaub im eigenen Land.
Gleich geht es zum Bankett. Leider habe ich mir aufgrund des Platzmangels im Auto nur ein schönes Kleid mitgenommen und das wollte ich in Shanghai beim Empfang tragen. Hm…
Pingdingshan ist eine Stadt mit ca. 5 Mio. Einwohnern und davon rund 3,7 Mio. Bauern. Sie ist der zweitwichtigste Standort der Kohleindustrie in China und das spürt man auch auf den Straßen. Es liegt überall schwarzer Staub. Außerdem ist diese Stadt die Heimatstadt unseres Reiseveranstalters Guosheng. Wir freuen uns für ihn, dass er so in seiner Heimat in Empfang genommen wurde!
Tag 48 Route Xi’an – Luoyang
Da es gestern wieder sehr spät geworden ist und ich im Anschluss lange nicht einschlafen konnte (im Gegensatz zu Stephan J), bin ich heute Morgen entsprechend müde gewesen. Heute ist es aber wieder meine Etappe, die es hinter uns zu lassen gilt. Die Fahrt war ohne Probleme, es waren ca. 350 km Autobahn. Mittags haben wir auf einer Raststätte eine Kleinigkeit gegessen und sind dann im Konvoi, begleitet von der Polizei, in Luoyang eingefahren.
Dort sind wir dann im wahrsten Sinne des Wortes mit Pauken und Trompeten empfangen worden. Es waren Trommler und andere Musiker auf der Straße vor dem Stadttor und nahmen uns lautstark und kunterbunt in Empfang. Nett war auch das Konfetti, das von oben über unsere Autos herab rieselte. Nach einigen Reden der hiesigen namhaften Minister und ein paar netten Worten von Curdin an die Gastgeber, durften wir mit den Autos in den Innenhof fahren.
Dort erwartete uns ein Empfangskomitee mit der Geschichte des Tores und der Tempel, die dort stehen.
Nach der Besichtigung sind wir dann zu einem kulturellen Essen eingeladen worden. Das Restaurant war wirklich sehr schön hergerichtet und es gab (ich weiß es nicht ganz genau…) 18 verschiedene Suppen! Hier ist Tradition, so viel wie möglich mit Wasser zu kochen, daher ist die „Suppenküche“ hier sehr beliebt. Das Essen war wirklich gut.
| Empfang mit Pauken und Trompeten |
| Eingang Südtor mit Empfangsbanner |
| Das sieht doch lecker aus... |
Die Stimmung im Raum, in dem wir mit den Gastgebern allein waren, wurde durch Willkommensgrüße und kleine Geschichten aufgeheitert. Auch ein Präsent wartete auf uns: früher wurde die Seidenstraße mit Kamelen bereist, heute mit Autos. Deshalb gab es von einem Künstler selbst entworfene Porzellankamele.
Eine musikalische Darbietung verschiedener ortsansässiger Künstler war auch extra für uns organisiert worden. Die chinesische Musik allerdings ist für unsere Ohren sehr gewöhnungsbedürftig. Und wenn es dann auch noch Stücke aus der Oper sind, dann wird es schwierig. Aber die Geste und der Empfang, der wirklich viele nette Details hatte, die auf unsere Rallye bezogen waren, war sehr nett.
| Eric hat sich die Pause verdient! |
Nun sind wir, wieder von der Polizei eskortiert, ins Hotel gebracht worden. Auch hier wurden wir nett empfangen. Da es morgen sehr früh los geht, halte ich mich heute kurz. Wir besichtigen auf dem Weg nach Pingdingshan ein Shaolin-Kloster.
| Typisches Haus |
Luoyang ist eine der sogenannten vier großen alten Hauptstädte Chinas. Heute hat sie sich zu einer Industriestadt entwickelt, aber deren Altstadt neu restauriert wird.
Sie hat ca. 6,4 Mio. Einwohner.
Man sagt, dass Konfuzius in Luoyang studierte und Laoze ebenfalls hier arbeitete. Die Tang-Dynastie verlegte ihre Hauptstadt nach Chang’an, dem heutigen Xi’an. Damit begann der Abstieg zu einer normalen chinesischen Stadt, der sich mit dem Untergang der Tang noch verstärkte. Trotzdem spürt man aber noch den Stolz auf die Geschichte der Stadt.
Montag, 4. Oktober 2010
Tag 46 – Tianshui – Xian
Heute Morgen sind wir um halb neun los. Das Frühstück haben wir mal wieder ausgelassen. Das ist nicht unser Ding! Morgens schon Schweineohren und Hühnerfüße – das braucht kein Mensch (ach doch – die Chinesen eben). Obwohl Rais die Bitte ausgesprochen hat, dass die Gruppe doch bitte in Konvoi bis Xi'an fahren soll, haben wir uns mit Svend und Dieter „abgeseilt“. Wir sind dann anstatt auf die Autobahn zu fahren, die Landstraße Richtung Xi'an gefahren.
Das war eine super gute Entscheidung!!! Es war eine traumhaft schöne Straße. Ich glaube die schönste Strecke, die wir bisher gefahren sind. Wir sind durch die Berge gefahren und haben eine wunderschöne Landschaft genießen können. Serpentinen die Berge rauf und runter, super Straßenverhältnisse, keine LKW !
Das Wetter ist einfach traumhaft! Seit 46 Tagen haben wir tolles Wetter. Die Temperaturen schwanken zwar sehr, aber die Sonne lacht immer vom Himmel. Ein paar Mal sind wir an den Straßenrand gefahren, um zu fotografieren. Es ist eine Schande, dass ich keine Bilder übermitteln kann. Ihr würdet staunen, wie schön es hier „auf dem Land“ ist. Die Städte sind schmutzig, laut und chaotisch. Auf dem Land ist es ruhig und sauber. Die Berge sind terrassenförmig bepflanzt und die Menschen in den Dörfern versorgen sich selbst. Trotzdem ist es erschrecken, wie nah hier arm und reich zusammen lebt. Und es ist im wahrsten Sinne des Wortes ARM und REICH!
| Blick von der Landstraße in die Berge |
| Einer der schönsten Strecken, die wir gefahren sind! |
Mittags haben wir uns dann mit den anderen an einer Raststätte getroffen. Wir haben dort lecker gegessen (hier war es erstaunlich sauber!) und gemeinsam sind wir dann Richtung Xi'an aufgebrochen. Vorher haben einige von uns noch Weihnachtsmann gespielt. Einige Wanderarbeiter waren mit uns auf der Raststätte und unsere Mitreisenden haben das, was sie nicht mehr in ihren Fahrzeugen transportieren wollen, verschenkt.
Wir haben dann kurz vor Xi'an alle unsere Fähnchen an die Fenster befestigt und sind dann rein in die Stadt. Xi'an ist eine quirlige, sehr lebendige Großstadt. Hier findet man schon einige Geschäfte, die einem bekannt vorkommen. Es wird auch hin und wieder englisch gesprochen.
Guosheng hat uns dann mit einer einheimischen Reiseleitung in die Stadt zum Südtor geführt. Und dort wartete eine Überraschung auf uns!!!
| Willkommensempfang in Xi'an |
Es war ein Empfang für uns vorbereitet, der wirklich toll war. Eine Truppe Männer mit Kostümen und Speeren, begleitet von lauter chinesischer Musik, nahm uns in Empfang, nachdem wir die Autos vor dem Stadttor geparkt hatten. Wir wurden dann mit großem Tamtam durch das Stadttor geführt und anschließend konnten wir dann dort ein wenig herumlaufen. Eine halbe Stunde später wurde dann eine Aufführung von „Kämpfern“ und Trommlerinnen dargeboten. Das war toll und sehr atmosphärisch! Mal ein Dank an China Tours!!!
| Das Stadttor wird für uns geöffnet... |
Danach schnell ins Hotel. Anschließend schnell zum Essen, leider nicht in unserem 5* Hotel. Aber darüber lasse ich mich jetzt nicht aus. Das wird sicherlich die letzte Mahlzeit in dieser Qualität gewesen sein… Schade, dass ein so fantastischer Tag so enden musste.
Jetzt sitzen wir hier in der Hotelbar. Die Männer klönen und ich schreibe.
Es gibt vielleicht noch zu erwähnen, dass jetzt doch einige froh sind, wenn sie wieder nach Hause können. Nicht, weil die Gruppe sich nicht versteht, denn wir verstehen uns alle prima, aber es ist schon viel an Eindrücke und Emotionen zu verarbeiten und auch Männer bekommen Heimweh!!!
Schön ist allerdings, dass zwar mal der Mensch und auch mal ein Auto ein Wehwechen hat, alles in allem aber wirklich gut läuft. Keine existenziellen Schäden, nicht bei Mensch und nicht bei Maschine!
Das ist schon eine Leistung nach über 10.000 km!
Morgen geht’s zur Terrakotta-Armee!!!
Ich vermisse alle meine Lieben!!! Lisa-Maus, Dich ganz besonders… Ich drück Dich lieb und bald bin ich wieder da! Deine Mama
Und noch einmal der Hinweis: Wenn ihr unsere Reise mal aus der Sicht der anderen Teilnehmer lesen wollt, dann bitte auf http://www.self-drive-tours.com/ nachschauen!
Abonnieren
Kommentare (Atom)